Der norwegische Biathlet Johan-Olav Botn eroberte Olympia-Gold im 20-Kilometer-Rennen. Den Sieg widmete er seinem im Dezember verstorbenen Kollegen Sivert Guttorm Bakken. Aber: Die Schlagzeilen gehörten dennoch einem anderen. Sturla Holm Laegreid (Nor) holte Bronze – und gestand danach öffentlich einen Seitensprung.
"Vor sechs Monaten habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt. Den schönsten und nettesten Menschen der Welt", so der 28-Jährige. Doch vor drei Monaten sei er seiner Partnerin fremdgegangen. "Ich habe sie betrogen. Vor einer Woche habe ich es ihr gestanden. Es war die schlimmste Woche meines Lebens." Die Frau habe sich danach von ihm getrennt.
Nun hat sich besagte Ex-Freundin sogar selbst zu Wort gemeldet. "Es ist schwer, zu vergeben. Selbst nach einer Liebeserklärung vor der ganzen Welt", schrieb die Dame, die anonym bleiben will, an die norwegische Zeitung "Verdens Gang".
Fakt ist: Der Olympiasieg von Botn ging komplett unter. Genau deshalb wird Laegreid von einigen Legenden heftig kritisiert.
Rekordweltmeister Johannes Thingnes Bö meinte beim Sender NRK. "Er hat falsch gehandelt. Wir haben einen reumütigen Jungen dort stehen sehen, aber leider sind sowohl Ort als auch Zeitpunkt völlig falsch."
Auch Langlauf-Ikone Petter Northug kritisierte Laegreid scharf. Botn habe zum wichtigsten Zeitpunkt abgeliefert und seinen verstorbenen Freund geehrt. "Und ein Teamkollege konzentriert sich stattdessen darauf, mit wem er geschlafen hat und mit wem nicht – es sah aus wie ein O-Ton aus 'Ex on the Beach'", sagte der Experte des norwegischen Senders TV2 in Anspielung auf die Reality-Dating-Show. Es sei unerträglich gewesen: "Es gibt so viele Gelegenheiten, so etwas anzusprechen – aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Das war auf so viele Arten falsch, es ist fast schon ein wenig traurig."
Laegreid selbst sah mittlerweile ein, nicht ideal gehandelt zu haben. "Ich war ein bisschen in meiner eigenen Welt. Ich kann nur sagen, dass ich hoffe, dass ich Johan nicht den Tag verdorben habe. Es ist Johans Tag, und es war etwas schade, dass ich so viel Aufmerksamkeit bekommen habe."