Die Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina (6. bis 15. März) stehen schon vor der Eröffnung im Zeichen politischer Spannungen. Grund dafür ist die Teilnahme von sechs russischen sowie vier belarussischen Athletinnen und Athleten, die international für Kritik sorgt.
Sechs Nationen, die Ukraine, Tschechien, Finnland, Polen, Estland und Lettland – kündigten an, die Eröffnungsfeier in der Arena von Verona zu boykottieren. Auch EU-Sportkommissar Glenn Micallef wird der Zeremonie fernbleiben.
Kanada wiederum teilte mit, dass seine Athletinnen und Athleten nicht ins antike Amphitheater einlaufen werden. Das Nationale Paralympische Komitee Kanadas (CPC) betonte jedoch, dass es sich dabei nicht um einen Boykott handle. Vielmehr habe man sich aus sportlichen Gründen gegen die Teilnahme entschieden. Da die Eröffnungsfeier mehr als zwei Stunden von den Athletendörfern entfernt sei und die Wettkämpfe bereits am nächsten Tag beginnen, wolle sich das Team voll auf die Vorbereitung konzentrieren. Gleichzeitig erklärten die Kanadier ihre Solidarität mit den ukrainischen Sportlern und dem ukrainischen Volk.
Zur Eröffnungszeremonie in Verona wird Italiens Präsident Sergio Mattarella erwartet, ebenso der slowakische Präsident Peter Pellegrini. Mehrere andere eingeladene Staatsoberhäupter haben hingegen abgesagt. Statt eines großen Galadiners ist daher lediglich ein reduzierter Cocktail-Empfang geplant.
Österreich entsendet zu den XIV. Paralympischen Winterspielen insgesamt 19 Personen: 15 Athletinnen und Athleten sowie vier Guides kämpfen in den Disziplinen Para-Ski alpin, Para-Biathlon, Para-Langlauf und Para-Snowboard um Medaillen.