Split gilt als eine der schillerndsten Perlen der Adria: Die zweitgrößte Stadt Kroatiens lockt Jahr für Jahr viele Urlauber an – mit ihrer malerischen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, beeindruckenden Kirchen und Museen. Dazu kommt der geschäftige Fährhafen, das türkisfarbene Meer und mediterranes Flair pur. Doch Split kann nicht nur Kultur, sondern auch Party: Strandbars, Clubs, Promenadenfeste und lange Nächte unter freiem Himmel gehören für viele Urlauber fix zum Sommerprogramm. Genau hier will die Touri-Stadt jetzt die Reißleine ziehen.
Die Stadtregierung hat einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der es in sich hat: Der Verkauf von Alkohol soll künftig zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens untersagt werden. Heißt konkret: Wer sich im Supermarkt, im Kiosk oder an der Tankstelle noch schnell ein Bier oder eine Flasche Wein für den Abend holen möchte, könnte bald leer ausgehen.
Wichtig dabei: Lokale mit gültiger Schanklizenz, wie Bars, Restaurants und Clubs, sind von dem geplanten Verbot nicht betroffen. Dort darf weiterhin ausgeschenkt werden. Der Fokus liegt klar auf dem Straßen- und Spontankonsum. Die neuen Regeln könnten bereits ab der kommenden Urlaubssaison in Kraft treten.
Wirtschaftsminister Ante Šušnjar verteidigt das Vorhaben im kroatischen Rundfunk "HRT" deutlich: "Das Gesetz dient in erster Linie der Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, sowie der Wahrung der öffentlichen Ordnung und dem Schutz von Umwelt und Kulturerbe."
Auch Tourismus- und Sportminister Tonči Glavina war an der Ausarbeitung beteiligt. Sein Ziel: den Tourismus in geordnetere Bahnen lenken: "Es gibt keinen Tourismus ohne eine hohe Lebensqualität für unsere Bürger", betonte er gegenüber "HRT". Das Gesetz könnte auch bald in anderen Urlaubsorten Kroatiens gelten.
Bereits 2023 hat der kroatische Ferienort mehrere Maßnahmen eingeführt, um gegen ausuferndes Verhalten von Touristen vorzugehen: Wer sich etwa öffentlich übergeben muss, weil er zu tief ins Glas geschaut hat, wird mit 150 Euro zur Kasse gebeten. Auch Wildpinkeln, Baden in Brunnen, Schlafen in Parks oder das Trinken von Alkohol außerhalb von Lokalen in der Altstadt kann bereits teuer werden.