257 Millionen Euro. Das ist kein Pappenstiel, sondern die beeindruckende jährliche Wertschöpfung unserer burgenländischen Winzerinnen und Winzer. Über 6.000 Menschen im Land stehen täglich im Weingarten oder im Keller, um diesen Erfolg zu ermöglichen. Für das kleinste Bundesland Österreichs sind das Zahlen, die stolz machen – aber sie sind kein Selbstläufer. Um dieses Niveau zu halten, müssen wir dorthin gehen, wo die Zukunftsmusik spielt. Wir müssen neue Märkte entdecken, auch wenn sie im ersten Moment exotisch klingen.
Indien ist genau so ein schlafender Riese. Bisher war der Export dorthin eher ein bürokratischer Hürdenlauf: Zölle von über 150 Prozent machten unseren Wein zum unbezahlbaren Luxusgut. 2024 flossen gerade einmal 1.000 Liter österreichischer Wein nach Indien – ein Tropfen auf den heißen Stein.
Ab sofort schenkt Ihnen der Geschäftsführer der neu gegründeten Weintourismus Burgenland GmbH regelmäßig freitags an dieser Stelle ein. "Die Weinwirtschaft spielt für das Burgenland eine zentrale Rolle", so Oschep. Gemeinsam mit "Heute" wird er sein "Herzensthema" einem breiten Publikum bekannt machen und erlesene Tropfen vorstellen.
Doch die Vorzeichen ändern sich dramatisch. Die Zölle sollen auf 20 Prozent fallen. Stellen Sie sich vor, was passiert, wenn in den boomenden Metropolen wie Neu-Delhi die Entdeckungslust auf pannonische Eleganz trifft. Unser Blaufränkisch ist wie geschaffen für die würzige indische Küche.
Während im Osten die Sonne aufgeht, ziehen im Westen leider dunkle Wolken auf. In Washington sorgt ein gewohnt "volatiler" Präsident für Unruhe. Wo Indien Mauern abbaut, drohen in den USA neue Handelsbarrieren. Politik im Glas hat eben oft einen bitteren Beigeschmack. Umso wichtiger ist es, dass wir auf Qualität setzen, die überall auf der Welt verstanden wird.
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Ein Musterbeispiel dafür ist mein heutiger Tipp: der Blaufränkisch vom Weingut Ernst aus Deutschkreutz.
Dieser Wein ist ein echter Botschafter des Mittelburgenlandes. Er verbindet Eleganz mit einer animierenden Frische und jener feinen Würze, die wir so lieben. Bernhard Ernst zeigt hier eindrucksvoll, wie modern und innovativ unsere Tradition schmecken kann. Ein Wein, der auch in Neu-Delhi für Furore sorgen würde. Kompliment!
Oscheps GLASifizierung: 3,5 von 5 Gläsern
In diesem Sinne: Bleiben wir weltoffen. Prost!