Erfolg für Doskozil und Oschep

Wein sichert Burgenland 260 Millionen und 6.000 Jobs

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Weintourismuschef Herbert Oschep können jubeln: Der Wein bringt dem Burgenland über eine Viertelmilliarde.
Newsdesk Heute
04.02.2026, 13:56
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Der burgenländische Wein ist weit mehr als ein Kulturgut – er ist ein echter Wirtschaftsriese. 257,71 Millionen Euro Bruttowertschöpfung pro Jahr, über 6.200 Arbeitsplätze und Exporte in mehr als 60 Länder: Diese beeindruckenden Zahlen präsentierte das Land am Mittwoch in Donnerskirchen.

Grundlage ist eine Studie der Economica GmbH im Auftrag der Österreich Wein Marketing (ÖWM) für das Jahr 2023. Vorgestellt wurde sie von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) gemeinsam mit Wein-Burgenland-Obmann und "Heute"-Kolumnist Herbert Oschep, Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld und ÖWM-Präsident Nationalrat Johannes Schmuckenschlager.

"Wein ist nicht nur ein Teil unserer Kultur, er ist längst zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden: Im Burgenland beträgt die Bruttowertschöpfung durch die Weinwirtschaft 257,71 Millionen Euro. Und in der Landwirtschaft fallen fast 30 Prozent der Produktion auf den Weinbau. Besonders der Tourismus profitiert von dieser positiven Entwicklung. Deshalb unterstützen wir seitens des Landes sowohl die burgenländische Weinwirtschaft, als auch die Tourismuswirtschaft, damit sich das Burgenland als Top-Weinregion auch international noch stärker positionieren kann", betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP).

1.800 Winzer, bis zu 95 Millionen Flaschen

Konkret heißt das: Rund 1.800 Winzerinnen und Winzer verkaufen im Burgenland – je nach Jahr – 75 bis 95 Millionen Flaschen Wein. Die Exportquote liegt bei 25 Prozent, wichtigste Absatzmärkte sind Deutschland, Österreich und die Schweiz.

"Wenn man die Zahlen höre, welche Wertschöpfung dadurch im Burgenland generiert werde und wie viele Menschen damit ihr tägliches Brot verdienen, da glaube ich wissen wir alle, wie wichtig der Wein, die Weinwirtschaft für das Burgenland ist", so der Landeschef. Nach den Krisen der 1980er-Jahre habe man bewusst auf Qualität statt Masse gesetzt – entscheidend sei zudem die enge Vernetzung mit dem Tourismus.

Burgenland-Shops im Ausland als Ziel

Genau hier setzt eine neue Vision an. Neben Wein sollen auch Kulinarik und Kultur stärker eingebunden werden. Als Vorzeigeprojekt nannte Doskozil den Burgenland-Shop in Parndorf.

"Für mich wäre es eine perfekte Wunschvorstellung, wenn wir dieses Konzept des Burgenland Shops weiter nach außen tragen in jene Destinationen, wo in Wirklichkeit das Burgenland Zielgebiet ist – sprich Schweiz, Deutschland". Voraussetzung dafür sei allerdings Zusammenarbeit: "Dies gelinge aber nur, wenn wir alle zusammengreifen und wenn es kein Konkurrenzdenken gibt".

Touristen geben 18 Prozent mehr aus

Dass sich der Wein direkt auf den Tourismus auswirkt, zeigt auch die Bilanz 2025: 3,4 Millionen Nächtigungen, ein Rekordwert. Laut Oschep profitieren Winzer und Regionen stark von Veranstaltungen wie Martiniloben, dem Weintourismus-Preis "Rot Goldene Traube", dem Weinfrühling im Südburgenland oder den Weinwanderwegen.

„Der Wein ist ein regionales Kulturgut. Es spiegelt die Identität des Burgenlandes wider.“
Herbert OschepWeintourismus-Chef
In "Heute" schreibt Oschep die Kolumne "Glasweise serviert"
Sabine Hertel

"Der Wein ist mittlerweile eine der bekanntesten Marken, die das Burgenland vorzuweisen hat, das muss man hegen und pflegen, da muss man sehr drauf aufpassen", sagte Oschep. Und weiter: "Wir müssen noch stärker darauf hinweisen, dass der Wein ein Kulturgut ist, es ist ein regionales Produkt, es wird von Menschen erzeugt, spiegelt die Identität des Burgenlandes wider. Darauf sind wir extrem stolz".

Laut Studie geben Gäste, die wegen weinbezogener Angebote ins Burgenland kommen, im Schnitt 18 Prozent mehr Geld aus.

Österreich-Vergleich zeigt Sonderrolle

Österreichweit erwirtschaftete die Weinwirtschaft 2023 eine Bruttowertschöpfung von über 3,8 Milliarden Euro – rund 0,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. 68.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt am Wein.

"Österreichweit ist jeder 100. Euro in der Wertschöpfung aus dem Wein und rund jedes 74. Beschäftigungsverhältnis ist aus dem Wein heraus. Im Burgenland ist die Zahl gewaltig: Da ist jeder 40. Euro aus dem Wein heraus erwirtschaftet und jedes 24. Beschäftigungsverhältnis ist indirekt oder direkt aus den Erträgnissen des Weins zu sehen", so Schmuckenschlager.

Auch Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld betonte die Sonderstellung des Burgenlandes: "Wir sind mit Abstand die stärkste landwirtschaftliche Produktionsgruppe im Burgenland". Der Wein sei der wichtigste Botschafter des Landes: "Und der Botschafter des Burgenlandes nach außen, das ist mit Abstand der Wein, der wichtigste Markenträger".

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 04.02.2026, 13:59, 04.02.2026, 13:56
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen