Wiener feuert gegen Stadt

40.000 Euro mit Airbnb – "Regeln machen keinen Sinn"

Airbnb-Host Max verdient mit Wohnungen viel Geld – jetzt kritisiert er Wiens Regeln scharf und sagt: Sie gehen an der Realität vorbei.
Christoph Weichsler
12.02.2026, 10:56
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Airbnb ist in Wien längst ein Politikum. Die Stadt kämpft gegen steigende Mieten und knappen Wohnraum, die Kurzzeitvermietung steht dabei besonders im Fokus. Mit immer strengeren Regeln will Wien gegensteuern – doch genau diese Regeln stehen nun massiv in der Kritik.

Max (27) betreibt laut eigenen Angaben zehn Airbnb-Wohnungen in Wien und erzielt damit bis zu 40.000 Euro Umsatz im Monat. Er lebt heute in Thailand und organisiert sein Geschäft aus der Ferne. Im "Heute"-Gespräch sagt er: Die Art, wie Wien Airbnb reguliert, "macht keinen Sinn".

"Airbnb wird wie ein Hotel behandelt"

Der Hauptkritikpunkt von Max: Die Stadt unterscheide kaum zwischen Airbnb und klassischer Hotellerie. "Airbnb wird wie ein Hotel behandelt", sagt er – obwohl das Geschäftsmodell ein völlig anderes sei.

Konkret bedeutet das: Ab einer gewissen Anzahl an Betten gelten für Airbnb-Vermieter dieselben Vorschriften wie für Hotels. Dazu gehört etwa die Pflicht, im Erdgeschoss ein eigenes Rezeptionszimmer einzurichten. "Bei Airbnb gibt es keine Rezeption", erklärt Max. Gäste checken selbstständig ein. Trotzdem müsse man dafür ein Zimmer bereitstellen, das am Ende leer steht – und nicht genutzt werden darf.

Warum diese Regeln aus seiner Sicht unsinnig sind

Für Max ist das mehr als nur Bürokratie. Er sagt: Dieses Zimmer könnte entweder Gästen zur Verfügung stehen oder – noch wichtiger – als Wohnraum genutzt werden. Stattdessen werde es für eine Funktion blockiert, die im Airbnb-Alltag gar nicht existiert. Das sei ein Beispiel dafür, wie Vorschriften entstehen, die am eigentlichen Ziel vorbeigehen. "Man will Wohnraum schützen, aber schafft durch solche Regeln zusätzlichen Leerstand", kritisiert er. Für ihn ist das ein Widerspruch im System.

Ein weiterer Punkt sind verpflichtende Prüfungen, die Airbnb-Vermieter ab einer gewissen Größe absolvieren müssen. Diese stammen laut Max direkt aus der Hotellerie.

"Man muss dort Dinge unnötige Sachen lernen: etwa, wie ein Brathuhn richtig gegart wird", sagt er. Solche Inhalte seien für Hotels logisch, weil dort Essen angeboten wird. Bei Airbnb sei das aber nicht der Fall. "Du kochst nichts für Gäste – trotzdem musst du das wissen." Auch hier fehle die Trennung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Modellen.

Kritik richtet sich direkt an die Stadt Wien

Max betont: Er fordert keine Abschaffung der Regeln. Kontrolle sei wichtig – gerade in einer Stadt mit angespanntem Wohnungsmarkt. Seine Kritik richte sich nicht gegen Regulierung an sich, sondern gegen deren Ausgestaltung.

"Es braucht eigene, klare Regeln speziell für Airbnb", sagt er. Regeln, die auf Kurzzeitvermietung zugeschnitten sind – und nicht einfach aus der Hotellerie übernommen werden. Nur so könne man Ordnung schaffen, ohne an der Realität vorbeizuregeln.

Warum diese Kritik politisch brisant ist

Kurzzeitvermietung gilt in Wien für viele als Mitursache steigender Mieten. Die Stadt argumentiert daher mit Schutz des Wohnraums und setzt auf strenge Vorgaben. Max hält dagegen: Falsche Regeln würden das Problem nicht lösen.

Seiner Ansicht nach müsse die Stadt entscheiden, was sie regulieren will – und wie. "Wenn man Airbnb einschränkt, dann bitte mit Regeln, die Sinn machen." Genau diese Frage dürfte Wien auch in Zukunft weiter beschäftigen.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 12.02.2026, 10:56
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