Zu wenig Intensivbetten

Lazar (15) todkrank – doch Spital hat kein Bett frei

Der Teenager hat nur noch zehn Prozent Herzleistung. Seine Ärzte wollen ihn dringend in ein Wiener Spital bringen – doch es gibt keine freien Betten.
Christoph Weichsler
12.02.2026, 05:40
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Innerhalb weniger Tage wurde aus Lazar (15) ein Intensivpatient. "Vor drei Wochen war er noch völlig gesund", erzählt seine Mutter im Gespräch mit "Heute". Jetzt arbeitet Lazars' Herz nur noch mit rund zehn Prozent der normalen Leistung.

Derzeit liegt Lazar auf der Intensivstation der Universitätskinderklinik Tiršova in Belgrad. Die Ärzte sprechen von akuter Lebensgefahr. Für den Jugendlichen sehen sie nur noch eine reale Überlebenschance: eine sofortige Weiterbehandlung im AKH Wien – inklusive intensivmedizinischer Betreuung und Vorbereitung auf eine mögliche Herztransplantation. Weil eine Zusage für Lazar ausbleibt, wandte sich die Familie an "Heute". In einem öffentlichen Appell sieht sie die letzte Hoffnung für den 15-Jährigen.

Schwerer Herzschaden bei Lazar

Die Diagnose lautet dilatative Kardiomyopathie. Dabei vergrößert sich der Herzmuskel krankhaft und verliert massiv an Kraft. Auch bei Lazar kann das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen, zusätzlich treten gefährliche Herzrhythmusstörungen auf.

Lazar wurde bereits ein Defibrillator (ICD) implantiert. "Das war die letzte lebensrettende Maßnahme, um den plötzlichen Herztod zu verhindern", berichtet seine Mutter. Doch das Gerät stoppt nicht das Fortschreiten der Erkrankung. "Alle therapeutischen Möglichkeiten in Serbien sind ausgeschöpft. Es besteht eine klare Indikation zur Herztransplantation. Es bleibt keine Zeit mehr," erzählt sie verzweifelt.

"Mein Sohn hat diese Zeit nicht"

Für die Familie gilt das AKH mit seinen Spezialisten als einzige echte Hoffnung für Lazar. Die behandelnden Ärzte in Belgrad hätten klar gemacht, dass sie die notwendige Erfahrung und Infrastruktur für eine rasche Transplantationsabklärung vor allem in Wien sehen. "Für uns ist das AKH die letzte Chance", so die Mutter.

Sämtliche medizinischen Unterlagen zu Lazar wurden mittlerweile nach Wien übermittelt, der fachliche Austausch läuft. Für die Familie steht fest: Wenn es noch eine Chance für Lazar gibt, dann in Wien. "Das Gesundheitsministerium der Republik Serbien hat die vollständige Kostenübernahme garantiert", betont sie. Auch privat sei die Finanzierung abgesichert. "Es scheitert nicht am Geld."

Was nach ihren Angaben fehlt, ist eine schriftliche Bestätigung, dass – falls nach Untersuchung festgestellt wird, dass eine Herztransplantation die einzige Therapieoption für Lazar ist – diese auch durchgeführt wird. Ohne diese Zusage könne die endgültige Überweisung nicht abgeschlossen werden. "Mein Sohn hat diese Zeit nicht", sagt sie frustriert.

"Sehr viele schwerkranke Patienten liegen"

Zusätzlich sei ihr mitgeteilt worden, man könne "keine externen Patienten auf unsere Intensivstation aufnehmen", da dort "bereits sehr viele schwerkranke Patienten liegen" und ein Versorgungsauftrag bestehe. Auch eine Aufnahme auf einer Erwachsenen-Intensivstation sei "nicht möglich". Als Alternative für Lazar sei ein sogenanntes LVAD, eine mechanische Herzpumpe, genannt worden – mit möglicher Wartezeit von "nicht selten mehreren Jahren" bis zu einer Transplantation.

Für Lazars Mutter zählt nur eine Entscheidung. "Es geht nur um diese eine Entscheidung – und um das Leben meines Sohnes." Mit dem Gang an die Öffentlichkeit verbindet die Familie die Hoffnung, für Lazar doch noch ein Intensivbett zu bekommen.

"Von Seiten des AKH Wien wurde der Fall des 15-jährigen Patienten aus Serbien umfassend geprüft", heißt es in der Stellungnahme gegenüber "Heute". "Eine Behandlung dieser sehr schweren Erkrankung in Wien wäre grundsätzlich möglich." Voraussetzung sei jedoch "das Vorhandensein eines freien Intensivbettes des entsprechenden Fachbereichs". "Das ist derzeit nicht der Fall." Ein Überschreiten der Ressourcen "wäre fahrlässig und könnte diesem und anderen Patient*innen schaden".

Zudem verweist das AKH darauf, "dass es in Belgrad zwei Zentren gibt, die ebenfalls Erfahrung mit kardiovaskulären Erkrankungen und Herztransplantationen haben". Eine wohnortnähere Behandlung sei "gegenüber einer Überstellung nach Österreich klar zu bevorzugen". Abschließend heißt es: "Wir wünschen dem Patienten und seiner Familie auf diesem Weg alles Gute!"

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 12.02.2026, 11:11, 11.02.2026, 16:31
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