Mit rund 1.100 Einwohnern an nur zwei, drei langgezogenen Straßen ist Babót ein typisches ungarisches Straßendorf – mit all seinen Vorzügen und Nachteilen. Wie auch im nahegelegenen Südburgenland kämpft man mit schlechter Verkehrsanbindung, geringem Job-Angebot und fehlenden Perspektiven vor Ort.
Abwanderung ist in dem Dorf, das rund 30 Kilometer östlich von Deutschkreutz, liegt, ein großes Problem. Umso schwieriger ist es für die kleine Volksschule, eine neue Lehrerin oder einen neuen Lehrer zu finden. Gelingt dies nicht bald, muss die Schule, die schon jetzt stark von Förderungen und Subventionen abhängig ist, schließen.
„Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt: Wer würde schon hierherkommen wollen, um in einem Dorf zu unterrichten und ständig Bus zu fahren, und das für einen normalen Lohn? Deshalb mussten wir etwas Besonderes bieten.“Bürgermeister Gábor Nyikosgegenüber "Telex", 16. Februar 2026
Nun kam Bürgermeister Gábor Nyikos eine geniale Idee: Neben einem 10-prozentigen Gehaltszuschlag und der Aussicht auf eine Dienstwohnung im Ort bietet er der neuen Lehrkraft eine ganze Woche Urlaub auf den Malediven. Die Nachricht, als einfaches Facebook-Posting in die Welt gesetzt, verbreitete sich rasch wie ein Lauffeuer in den ungarischen Medien.
Die Reise finanziert Nyikos aus eigener Tasche. Organisiert wird sie von einem weiteren erfolgreichen Sohn der Gemeinde, Róbert Richard Kiss. Sein Urgroßvater hatte die Schule einst gegründet. Und nicht nur die neue Lehrerin soll profitieren: Auch die übrigen Lehrer der Schule dürfen mitfliegen. Für den Bürgermeister ist das ein Zeichen der Wertschätzung für das gesamte Team.
Die Schule liegt Nyikos am Herzen. Er war dort einst selbst Schüler. Nach seiner Ausbildung unterrichtete er in Babót und später in Csorna, bevor er Unternehmer wurde und schließlich das Bürgermeisteramt übernahm. Er wirft im Gespräch mit der ungarischen Nachrichtenseite "Telex" der ungarischen Regierung vor, die Schule durch Subventionskürzungen "ersticken" zu wollen. Die aktuelle Lehrersuche ist für ihn daher mehr als eine Verwaltungsfrage.
Unterstützt wird die Schule von der gemeinnützigen Stiftung Magyar Nyelvőr-Alapítvány ("Hüter der ungarischen Sprache"). Sie stellt den Schülern und Lehrern Stipendien zur Verfügung und übernimmt schon bisher alle Kosten für die jährliche Klassenfahrt.
Die große Aufmerksamkeit, die Nyikos' Aufruf erreichte, macht sich bereits bezahlt. Es gebe nun endlich Bewerbungen für die Stelle, zeigte sich der Bürgermeister am Montag im Gespräch mit "Telex" erleichtert. Mit seinem Engagement will er außerdem "beweisen, dass man eine Gemeinde führen kann, ohne sie auszuplündern – sondern im Gegenteil sogar das eigene Gehalt für die Gemeinde anbietet", so Nyikos Gábor abschließend.