Der mutmaßliche Schütze des antisemitisch eingestuften Angriffs am Bondi Beach ist erstmals öffentlich vor Gericht aufgetreten. Naveed A., dem Terrorismus und 15-facher Mord vorgeworfen werden, wurde am Montag per Video zu einer Anhörung in Sydney zugeschaltet.
Wie australische Medien berichteten, dauerte der Auftritt nur rund fünf Minuten. A. äußerte sich dabei kaum, im Mittelpunkt standen demnach vor allem organisatorische und technische Punkte.
Laut Berichten sprach der Angeklagte, der ein grünes Oberteil trug, während der gesamten Anhörung nur ein einziges Wort: "Ja". Dieses sagte er, als der Richter nachfragte, ob er eine Diskussion über die Verlängerung der Geheimhaltung der Identität einiger Opfer mitverfolgt habe. Der nächste Gerichtstermin ist für den 9. März angesetzt.
Vor dem Gerichtsgebäude erklärte sein Anwalt Ben Archbold, sein Mandant werde unter "sehr beschwerlichen Bedingungen" festgehalten, wie der Sender ABC berichtete. Zudem sei es noch zu früh, um abschätzen zu können, ob A. sich schuldig bekennen werde.
Der Angriff hatte sich am 14. Dezember ereignet: Naveed A. und sein Vater Sajid A. eröffneten während einer Chanukkazeremonie am Bondi Beach in Sydney das Feuer auf die Menge. Dabei wurden 15 Menschen getötet, dutzende weitere verletzt. Die Behörden stufen die Tat als antisemitischen Angriff ein und gehen davon aus, dass die Täter von der Ideologie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beeinflusst waren. Sajid A., 50 Jahre alt, wurde später von der Polizei erschossen.
Nach bisherigen Ermittlungen sollen sich die beiden Männer "akribisch" und "viele Monate lang" auf den Anschlag vorbereitet haben. In ländlichen Gebieten, vermutlich in New South Wales, hätten sie "Schusswaffen-Trainings" abgehalten. Auf Bildern seien die beiden beim Abfeuern von Schrotflinten zu sehen gewesen, wobei sie sich laut Behörden auf eine "taktische" Weise bewegten. Wenige Tage vor der Tat sollen sie zudem den Strand nachts ausspioniert haben.
Auch ein Video spielte laut Polizei eine Rolle: Demnach nahmen die Verdächtigen vor dem Anschlag eine Aufnahme auf, in der sie gegen "Zionisten" hetzten. Auf einem Mobiltelefon sei außerdem ein Clip gefunden worden, in dem sie vor einer IS-Fahne einen Koran-Auszug zitieren und Angaben zu "ihren Motiven" machten.