Mitten in der Savanne

Mysteriöse Vogelart nach fast 100 Jahren wiederentdeckt

Anfang Februar haben Ornithologen im Tschad eine ausgestorben geglaubte Vogelart wiederentdeckt.
Heute Life
16.02.2026, 08:19
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Fast 100 Jahre lang war sie wie vom Erdboden verschluckt – jetzt ist sie zurück: In Afrika wurde die seltene Rostlerche wiederentdeckt und sogar fotografiert.

Drei Ornithologen haben Anfang Februar im Tschad eine Sensation vermeldet: Die seit 1931 nicht mehr gesichert nachgewiesene Rostlerche (Calendulauda rufa) lebt.

Pierre Defos du Rau und Julien Birard aus Frankreich sowie Idriss Dapsia aus dem Tschad entdeckten den kleinen, rostroten Vogel in der Region Guéra im südlichen Zentrum des Landes. Ihren Fund dokumentierten sie auf der Plattform "eBird" – mit neun Fotos und einer detaillierten Beschreibung.

Zuletzt war die Art 1931 in den Trockensavannen zwischen dem heutigen Niger, Tschad und Sudan beobachtet worden. Damals hatte der Naturforscher George Latimer Bates mehrere Exemplare gesammelt. Danach fehlten jahrzehntelang belastbare Belege. Zwar galt die Rostlerche nie offiziell als ausgestorben, doch ihr Status blieb unklar.

Die Forscher schildern ihre Beobachtung präzise: "Unterseite blass fahl ohne Streifen, einige feine kleine Streifen auf der oberen Brust, Bürzel und Oberschwanzdecken sehr rötlich, langer Schwanz, vollständig schwarz (rein) außer den zentralen Steuerfedern, die sehr rötlich sind. Keine weißen äußeren Steuerfedern. Vogel wurde bei gutem Licht beobachtet. Ein gutes Exemplar der Rostlerche."

Die Rostlerche ist in den trockenen Savannen der Sahelzone heimisch. Ihr mögliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Teile von Niger, Tschad und Sudan und umfasst Schätzungen zufolge rund 47 Millionen Hektar.

Die Region gilt jedoch als sicherheitspolitisch instabil: bewaffnete Konflikte, Terrorgefahr und politische Unsicherheiten erschweren Reisen und Forschung. Fachleute vermuten, dass genau diese Abgeschiedenheit dazu beigetragen haben könnte, dass die Art so lange unentdeckt blieb – und sich womöglich sogar wieder ausbreiten konnte.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.02.2026, 09:54, 16.02.2026, 08:19
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