Erst 15 Jahre alt – und schon unbelehrbar: Ein radikalisierter Jugendlicher musste sich Donnerstag (5.9.) am Wiener Landl verantworten. Eine sogenannte "Gefährderansprache" hatte keinerlei Wirkung gezeigt: Unmittelbar nachdem Beamte des Verfassungsschutzes den 15-Jährigen besucht und im Sinn der Extremismusprävention belehrt hatten, setzte der Wiener auch schon wieder online ein radikales Posting auf TikTok ab.
In dem Beitrag nahm der Jugendliche direkt Bezug auf den Besuch der Beamten. "Der Verfassungsschutz war heute bei mir", schrieb er. Fünfmal am Tag zu beten sei "zu radikal", habe man ihm erklärt. Er werde "nicht aktiv" sein. Von seiner extremistischen Gesinnung distanzierte er sich dabei nicht. Vielmehr wünschte er "Ungläubigen" sinngemäß die Vernichtung und kündigte an, diese würden "zur Rechenschaft gezogen".
Auf die Spur des Burschen waren die Behörden nach einem Hinweis des deutschen Bundeskriminalamts gekommen. Bei einem Online-Monitoring war Beamten dessen TikTok-Account aufgefallen, auf dem sich bedenkliche, radikale Inhalte fanden. Diese wurden an die österreichischen Behörden gemeldet, die den 15-Jährigen daraufhin stellten.
Ein Ermittlungsverfahren wegen terroristischer Vereinigung und krimineller Organisation wurde eingeleitet. Dabei stellte sich heraus, dass der Jugendliche bis zum 10. April über TikTok und Snapchat IS-Propaganda und Sprechgesänge, mit teilweise radikalen Inhalten, verbreitet hatte.
Urteil am Donnerstag für den unbelehrbaren 15-Jährigen: 8 Monate bedingte Haft – bereits rechtskräftig. Erst im vergangenen Oktober hatte der Bursche wegen schweren Raubes 16 Monate bedingt ausgefasst.