Die Entscheidung war bereits gefallen, im Ort war die Aufregung groß. Die Mini-Volksschule Ginzling (Tirol) hätte für immer gesperrt werden sollen. Nur fünf Kinder besuchen derzeit die Bildungseinrichtung. Für den Erhalt der Schule müsste allerdings eine bestimmte Anzahl an Schülern erreicht werden, so sieht es das Gesetz vor. Doch dazu fehlten die Kinder. Besonders traurig machte die Betroffenen: Jene Kinder, die aktuell den Kindergarten im selben Haus besuchen, würden von ihren älteren Geschwistern getrennt. Es wäre eine "Katastrophe für die Kids" hieß es.
Jetzt gibt es gute Nachrichten: Die Volksschule ist gerettet. Jetzt fand ein Krisengespräch der betroffenen Gemeinden (Finkenberg, Mayrhofen) und von Bildungspolitikern statt. Laut ORF bleibt die Schule wegen der Geburtenraten und der aktuellen Belegung des Kindergartens offen. Diese Daten deuten auf einen erwarteten Zuwachs an Schülern.
Wäre die Volksschule geschlossen, müssten die Schüler ab dem Schuljahr 2026/27 auf Schulen in den Nachbarorten ausweichen. Betrübt waren darüber vor allem die Kinder der dritten Klasse: "Sie haben drei Jahre bei uns verbracht und müssten woanders hin", erklärt Direktorin Petra Hofer im "Heute"-Gespräch.
Doch es geht noch weiter. In der Bildungseinrichtung gibt es viele Geschwisterpaare; einige Schüler haben Bruder oder Schwester im Kindergarten. "Diese wären dann getrennt, wenn die Älteren die Schule wechseln", so Hofer.
Die andere Möglichkeit wäre gewesen: Auch die Kindergartenkinder gehen in den Nachbarort – eine Katastrophe für das Dorfleben in Ginzling. "Wir haben zum ersten Mal den Schnitt nicht erfüllt – es gibt ja die Tendenz, dass die Schüler wieder mehr werden", sagte die Direktorin noch vor der Einigung. Sie konnte die Schließung nicht nachvollziehen.
Nicht nur für die Kinder wäre das Aus eine riesige Umstellung gewesen. Die nächsten Schulen in den Nachbarorten Finkenberg oder Mayrhofen sind rund zehn Kilometer entfernt. Teilweise führen die Straßen über Schluchten oder durch einspurige Tunnel.
"Viele Eltern wollen diesen gefährlichen Schulweg für ihre Kinder einfach nicht", weiß die Direktorin. Schon damals sagte sie: "Ich würde alles dafür geben, die Schule weiter offen zu halten."