Zum ersten Mal auf Kreuzfahrt – für viele klingt das nach grenzenloser Freiheit, Sonnenuntergängen auf hoher See und All-you-can-eat-Buffets rund um die Uhr. Doch zwischen Kabinenwahl, Getränkepaket, Dresscode und Landausflügen tauchen schnell Fragen auf: Was muss ich beachten? Wird mir seekrank? Und ist so ein schwimmendes Hotel wirklich so entspannt, wie es auf Instagram aussieht? Wer gut vorbereitet an Bord geht, kann die Reise von Anfang an genießen – und typische Anfängerfehler vermeiden.
Zwei Schweizer Kreuzfahrtexperten geben hilfreiche Tipps für alle Schiffsneulinge.
"Kreuzfahrt ist nicht gleich Kreuzfahrt", stellt Dario Cremona, erfahrener Kreuzfahrtblogger, klar. Die Bandbreite reicht vom kleinen Boutique-Schiff mit rund 100 Gästen bis hin zum schwimmenden Resort mit 7.000 Passagieren. "Oft lassen sich Reisende von günstigen Angeboten verführen und merken zu spät, dass das Schiff gar nicht zu ihnen passt." Überleg dir also gut, was dir wichtig ist: Ist dir der Komfort und die Größe des Schiffs wichtiger, oder steht für dich die Route im Vordergrund?
Sobald die Kreuzfahrt gebucht ist, steigt die Vorfreude – und oft auch der Packstress. "Meistens nimmt man viel zu viele Gewandstücke mit", sagt Eric Holdener, Kreuzfahrtspezialist bei Knecht Reisen. "Heute braucht man keinen Smoking oder Krawatte mehr." Am besten erkundigst du dich aber vorab bei der Reederei oder im Reisebüro, wie streng die Kleiderordnung wirklich ist.
"Auf den meisten Schiffen gibt's Föhn und Pool- oder Strandtücher direkt in der Kabine oder Suite. Das kannst du ruhig daheim lassen", betont Dario Cremona. Achtung: Manche Sachen sind an Bord gar nicht erlaubt. "Bei gewissen Reedereien darfst du Elektrogeräte wie den Glätteisen nicht mitnehmen."
"Wer abends mit T-Shirts, kurzen Hosen und Flip-Flops unterwegs ist, tritt ordentlich ins Fettnäpfchen", erklärt Holdener. Auch das beliebte Reservieren von Liegen vor Sonnenaufgang solltest du lassen. "Damit machst du dir keine Freunde, wenn du erst am späten Vormittag am Pool auftauchst." Ein weiterer Tipp: "Merk dir gleich zu Beginn deine Kabinennummer. Am Anfang verirrt man sich leicht auf so einem großen Schiff."
Die Zeit aus den Augen verlieren oder sich in einer fremden Stadt verlaufen – das passiert öfter, als man glaubt. "Zu spät zum Schiff zurückkommen, passiert immer wieder", verrät Holdener. Wer wenig Reiseerfahrung hat, sollte bei Ausflügen lieber in Hafennähe bleiben und nicht zu weit weggehen.
"Ich habe einmal den Fehler gemacht, auf einem 6.000-Passagier-Schiff kein bedientes Restaurant zu reservieren", erzählt Cremona. Am Ende blieb nur noch ein spontanes Essen in einem der über 20 Lokale. "Den Rest der Reise musste ich dann in den Buffetrestaurants verbringen." Sein Tipp: Schon vor der Abreise zwei, drei Restaurants aussuchen und einen Tisch reservieren.
Und was, wenn dir auf hoher See plötzlich schlecht wird? "Lebensmittel wie Reiswaffeln, Zwieback und Erdäpfel binden die Magensäure, die im Bauch hin- und herschwappt", erklärt Dario Cremona. Auch Ingwer kann helfen. Wenn das alles nichts bringt, gibt's Tabletten gegen Reiseübelkeit. Cremonas Tipp: "Die Kabine möglichst mittschiffs und so weit unten wie möglich wählen." Dort spürst du den Seegang am wenigsten. Und ganz wichtig: Wenn dir schon schlecht ist, lass die Finger vom Alkohol!