Was früher vorwiegend ein Problem warmer Regionen war, rückt jetzt näher: Invasive Pflanzen breiten sich zunehmend auch in Österreich aus. Eine neue Studie der Universität Wien zeigt, dass sich die globalen Risikogebiete deutlich verschieben.
Ein internationales Forschungsteam hat erstmals detaillierte Karten erstellt, die zeigen, wo sich gebietsfremde Pflanzen heute und künftig besonders stark ausbreiten könnten. Das Ergebnis: Die Hotspots wandern in Richtung gemäßigte Zonen - also genau dorthin, wo auch Österreich liegt.
Schon jetzt ist die Lage ernst. Laut Studie ist ein Drittel der weltweiten Landfläche für mindestens zehn Prozent der exotischen Pflanzenarten geeignet, was diese Gebiete zu "Invasions-Hotspots" mache, erklärt Biodiversitätsforscher Ali Omer.
Große Teile Europas zählen demnach zu diesen Risikogebieten. Während subtropische Regionen künftig also entlastet werden könnten, steigt das Risiko in Mitteleuropa weiter an - auch in dicht besiedelten Regionen.
Besonders problematisch: Viele dieser Pflanzen richten direkten Schaden an. Sie verdrängen heimische Arten, schmälern Ernten - und können sogar die Gesundheit belasten. Ein bekanntes Beispiel ist Ragweed, dessen Pollen starke Allergien auslösen.
Auch die Zusammensetzung der invasiven Arten verändere sich laut Studie. "Eine neue Gruppe von gebietsfremden Pflanzenarten, die an wärmere Bedingungen angepasst sind, wird in viele Regionen eindringen", so Experte Franz Essl. Das bedeutet: Selbst Regionen, die bisher kaum betroffen waren, könnten künftig stärker unter Druck geraten.
Der Grund dafür liegt im Klimawandel. Höhere Temperaturen und veränderte Landnutzung schaffen ideale Bedingungen für neue Arten. Gleichzeitig werden bisher stabile Ökosysteme anfälliger. Für Europa heißt das: Die "grüne Invasion" steht erst am Anfang.