Tierische Aufklärung

Taubendrama! Lenkt die Stadt Salzburg endlich ein?

Seit 2012 arbeiten Tierschutzvereine massiv an einem Umdenken der politischen Führung in der Stadt Salzburg. Gibt es endlich erste Erfolge?
27.03.2026, 09:59
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14 Jahre hat es gedauert, bis sich Tierschutzvereine, allen voran die "ARGE Stadttauben Salzburg" Gehör bei der Stadtregierung und der Stadtverwaltung verschaffen konnte. Als 2012 die Taubenschläge am Bahnhof durch die ÖBB geschlossen wurden, kam es nämlich genau zu jenen Folgen, die Tierschützer sofort prophezeiten: Die ausgesetzten 400 Straßentauben vermehrten sich wild und unkontrollierbar in Kolonien und müssen ausbaden, was Menschen verbockt haben.

Endlich Mut zum "Augsburger Modell"

Trotz intensiver Forschung und Expertisen kam es bislang noch zu keiner Verbesserung für die Tauben in der Stadt Salzburg, obwohl das "Augsburger Modell" in dieser Causa längst bewiesen hat, wie eine stadt- und taubenfreundliche Koexistenz funktioniert. Keine Partei fand in den vergangenen Jahren den Mut für das "Augsburger Modell" nach Rudolf Reichert und keine Partei der Stadt wollte den vernünftigen Forderungen der ARGE Stadttauben Salzburg eine Chance geben.

14 Jahre und viel Lehrgeld und Tierleid später ist man zumindest so weit, dass man neun Taubenschläge plant und dem Tierschutzverein zuhört.

Fütterungsverbot muss umgelenkt werden

Da es sich bei der Straßentaube, wie bereits so oft erklärt, um ein "Haustier" und kein Wildtier handelt, ist sie auf die menschliche Nahrungsversorgung angewiesen. Tierschutzwidrig mit Strafen zu drohen, wenn man in der Stadt Salzburg seiner Pflicht als Tierfreund nachkommt, hilft nicht gegen die "Taubenplage". In Augsburg werden die Tiere an ihren Schlägen grundversorgt und es gibt genehmigte Futterstellen. So müsse man das Fütterungsverbot gar nicht aufheben, sondern lediglich, wie in Augsburg vorgemacht, umschreiben:

Es ist verboten, im Stadtgebiet der Stadt Augsburg verwilderte Tauben zu füttern. Dieses Verbot erfasst auch das Auslegen, Ausstreuen und Anbieten von Futter- und Lebensmitteln, die erfahrungsgemäß von Tauben aufgenommen werden, wie zum Beispiel Mais, Kerne, Körner, Backwaren oder Reis.

Hiervon ausgenommen sind von der Stadt Augsburg veranlasste Maßnahmen oder das Füttern an von der Stadt Augsburg genehmigten oder eingerichteten Futterstellen und Taubenschlägen.

„Es wäre wünschenswert, wenn sich die Salzburger Stadtregierung und Stadtverwaltung an den wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren und einräumen würde, dass ein "Fütterungseverbot" nichts regelt, sondern nur weiter verschiebt“

Schlecht gefütterte Tiere beschmieren erst recht die Gebäude

Dieses Verbot, auf das sich jetzt auch die Stadt Salzburg in ihrer Rechtfertigung für eine "Verschärfung" des "Fütterungsverbotes für Straßentauben" stützt, verschweigt dabei aber, dass es in Augsburg mehr als dreißig Jahre kein "Fütterungsverbot" gab. Ein Fütterungsverbot wurde von Rudolf Reichert, dem Begründer des "Augsburger Modells" stets mit den Worten kritisch gesehen und abgelehnt:

"Die durch Fütterungsverbote geschwächten Tauben leiden häufig unter Darmerkrankungen, mit der Folge, dass sie flüssigen Kot ausscheiden, der in Form von Schlieren die Fassaden von Gebäuden verschandelt. Dagegen setzen die durch artgerechtes Futter gesund erhaltene Tauben einen geformten, trockenen Kot ab."

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