Tierisches Risiko

Die "Killerschnecke" überträgt diesen neuen Parasiten

Der sogenannte "Rattenlungenwurm" ist nicht zu unterschätzen und profitiert vom Klimawandel. Wie ernst ist die Lage für uns und unsere Haustiere?
26.03.2026, 11:10
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Auch wenn es bisher noch keine Fälle des gefährlichen und tatsächlich tödlichen "Rattenlungenwurms" in Österreich gab, so ist dies nur eine Frage der Zeit. Zunächst nur in Australien und Südostasien vertreten, ist er durch die Globalisierung und den Klimawandel bereits in Amerika, Afrika und in Spanien angekommen. Experten warnen bereits jetzt vor den Folgen.

Rattenlungen-was?

Beim sogenannten "Rattenlungenwurm" handelt es sich um einen Parasiten, der Schnecken als Zwischenwirt und Ratten als Hauptwirt aussucht. Er lebt dort in den Lungenarterien und wird als Larve mit dem Kot oder Schleim ausgeschieden. Sowohl Haustiere als auch Menschen können sich mit dem Schädling infizieren und im Worst Case an den neurologischen Schäden sterben, da er das zentrale Nervensystem befällt.

Der wohl bekannteste Todesfall durch den Rattenlungenwurm betrifft vermutlich einen australischen Rugbyspieler namens Sam Ballard, der als Mutprobe eine Gartenschnecke gegessen hatte. Er fiel 420 Tage in ein Koma und musste acht Jahre lang mit schweren Hirnschäden leben, bevor er schließlich im Alter von nur 28 Jahren starb.

Alarmierende Entwicklungen weltweit

Da das unsympathische Würmchen bereits bis nach Europa verschleppt wurde, meinen Experten, dass man sich in jedem Fall in Acht nehmen und die Gefahr nicht unterschätzen sollte. Vor allem sind unsere Hunde stark gefährdet, da sie auch gerne von anderen Lungenwürmern befallen werden. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigt beispielsweise, dass bereits jede zehnte Ratte in Valencia von dieser gefährlichen Lungenwurmart befallen sei. Wanderratte oder Hausratte sind in diesem Fall egal - es bedeutet jedoch, dass sich der Parasit langfristig etablieren und Teil des Ökosystems wird.

Ansteckungsgefahr

Man muss vermutlich keine große Angst davor haben, dass der Hund eine Schnecke frisst, aber auch durch kontaminiertes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel kann er sich mit dem Rattenlungenwurm infizieren. Wie auch beim Menschen kommt es bei sogenannten "Fehlwirten" zu Entzündungen im Gehirn, die häufig Lähmungen und Tod verursachen können.

Eine Forschungsgruppe aus Spanien ist vor allem deshalb besorgt, weil der Rattenlungenwurm wahllos Hausmäuse, Igel, Eidechsen und auch Primaten befällt. Alle Spezies litten an den gleichen neurologischen Störungen, verstarben frühzeitig oder mussten erlöst werden.

Wie schütze ich mein Tier und mich?

Wie auch bei anderen Lungenwürmern ist Prävention das allerwichtigste und Hygiene auch sehr essenziell. Gartenarbeit beispielsweise nur mit Handschuhen durchführen, Lebensmittel immer gut waschen und Hunde unbedingt davon abhalten, aus Pfützen zu trinken und den Kontakt zu Fröschen und Schnecken zu meiden. Eine Entwurmung, die auch Lungenwürmer einschließt, sollte ebenfalls nach einem Spanien-Urlaub durchgeführt werden.

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