Mika Nox

"Mein Nervensystem passt nicht ins Büro"

Erotik-Creatorin Mika Nox erzählt erstmals offen, warum klassische Arbeitswelten für neurodivergente Menschen zur Dauerbelastung werden.
André Wilding
08.02.2026, 09:45
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Viele Menschen scheitern im Berufsleben nicht an mangelnder Leistung, sondern an Strukturen, die nicht für sie gemacht sind. Mika Nox spricht als neurodivergente Creatorin erstmals öffentlich darüber, warum klassische Corporate-Arbeitswelten für manche Nervensysteme dauerhafte Überforderung bedeuten – und warum neue Arbeitsmodelle längst mehr sind als Lifestyle-Trends.

Mika Nox durchlief klassische Bildungs- und Karrierewege: Studium, Büroarbeit, Konzernstrukturen. Nach außen funktionierend – innerlich permanent erschöpft. Erst spät erkannte sie, dass nicht fehlende Disziplin oder Motivation das Problem waren, sondern ein Nervensystem, das anders arbeitet.

"Es ist ein anderes Betriebssystem"

Heute lebt sie mit AuDHS (ADHS & Autismus) und beschreibt dies nicht als Krankheit, sondern als neurodivergente Ausprägung – ein anderes Betriebssystem in einer Arbeitswelt, die noch immer für nur einen Typ Mensch gebaut ist. Reizüberflutung, soziale Erwartungsdichte und starre Zeitmodelle bedeuten für viele Betroffene Dauerstress – oft ohne erkennbare Ursache von außen.

Erst die Selbständigkeit in der Creator-Ökonomie ermöglichte Mika produktives Arbeiten im eigenen Rhythmus: Fokusphasen statt Dauerverfügbarkeit, Selbstregulation statt Fremdsteuerung, Leistung ohne permanente Überforderung.

"Ich bin nicht am Job gescheitert – sondern an Strukturen, die für mein Nervensystem nicht gebaut waren", sagt Mika Nox. "AuDHS ist kein Defizit. Es ist ein anderes Betriebssystem. Das Problem ist, dass unsere Arbeitswelt nur für eines programmiert wurde."

Steigende Burnout-Zahlen

Ihr Thema trifft einen Nerv: steigende Burnout-Zahlen, Debatten über Fachkräftemangel, 4-Tage-Woche und flexible Arbeit zeigen, dass immer mehr Menschen erleben, nicht in klassische Arbeitsmodelle zu passen. Mika Nox übersetzt diese persönliche Erfahrung in eine gesellschaftliche Frage: Müssen Menschen sich an Arbeit anpassen – oder Arbeit endlich an Menschen?

Mit ruhiger Klarheit, ohne Pathos und ohne Skandalisierung macht sie Neurodiversität in der Arbeitswelt sichtbar – als Realität einer wachsenden Gruppe, deren Potenzial bislang oft ungenutzt bleibt.

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