In Europa ist erstmals eine Infektion eines Menschen mit Vogelgrippe bestätigt worden. Der Fall wurde in der Lombardei festgestellt, der Betroffene wird derzeit isoliert in einem Krankenhaus in Monza behandelt.
Laut italienischem Gesundheitsministerium dürfte sich der Mann vermutlich im Ausland mit dem Virus infiziert haben. Es handelt sich um den Virusstamm H9N2. Der Patient leidet zudem an gesundheitlichen Problemen und Begleiterkrankungen.
"Alle notwendigen Überprüfungen wurden umgehend durchgeführt und relevante Kontakte wurden im Rahmen der üblichen Präventions- und Überwachungsmaßnahmen ermittelt", heißt es aus dem italienischen Gesundheitsministerium. Alle Kontaktpersonen wurden getestet - mit negativem Ergebnis.
Damit bleibt es dabei: Eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch wurde bisher nicht nachgewiesen. "Es besteht daher keine Alarmlage in Italien", erklärte Epidemiologe Gianni Rezza. Die Behörden beobachten die Lage dennoch genau.
Weltweit sind Infektionen beim Menschen selten. Seit 1998 wurden laut europäischen Gesundheitsbehörden 195 Fälle in Asien und Afrika registriert, zwei davon verliefen tödlich. Häufigste Ursache ist der direkte Kontakt mit infizierten Vögeln oder belasteter Umgebung.
Ein anderer, deutlich aggressiverer Stamm - H5N1 - wurde in den vergangenen Jahren vereinzelt auch in Europa nachgewiesen. Insgesamt kam es seit den 2000er-Jahren zu rund tausend Infektionen, oft mit schwerem Verlauf.