Nach dem tödlichen Unfall am New Yorker Flughafen LaGuardia hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB Spekulationen über eine Ablenkung der Fluglotsen zurückgewiesen.
Behördenchefin Jennifer Homendy warnte am Dienstag davor, "mit dem Finger auf die Fluglotsen zu zeigen und zu behaupten, dass Ablenkung eine Rolle gespielt hat". In der Regel seien schwere Unfälle nicht nur auf einen einzelnen Fehler zurückzuführen.
"Unser Luftfahrtsystem ist unglaublich sicher, weil es viele, viele Sicherheitsebenen gibt", sagte Homendy. "Wenn also etwas schiefgeht, bedeutet das, dass sehr, sehr viele Dinge schiefgegangen sind".
Auf dem Flughafen LaGuardia hatte am Sonntagabend kurz vor Mitternacht ein Flugzeug der Fluggesellschaft Air Canada auf der Landebahn ein Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr gerammt. Die beiden kanadischen Piloten kamen dabei ums Leben. Mehr als 40 weitere Menschen wurden verletzt, darunter die zwei Insassen des Einsatzfahrzeugs.
Seit der Veröffentlichung des Protokolls des Towers wird über einen möglichen Fluglotsen-Fehler spekuliert. Der Fahrer des Einsatzfahrzeugs hatte den Tower um die Genehmigung gebeten, die Landebahn zu überqueren. Ein Fluglotse genehmigte dies, woraufhin sich das Fahrzeug in Bewegung setzte. Kurz danach wies der Fluglotse das Fahrzeug an, sofort zu stoppen. Doch es war bereits zu spät. Der verantwortliche Lotse sagte daraufhin, er habe es "vermasselt". Sein Kollege kommentierte dies mit den Worten: "Nein Mann, du hast das Beste getan, was du konntest."
Wie US-Medien berichteten, untersuchen die NTSB-Ermittler, ob die beiden diensthabenden Fluglotsen möglicherweise abgelenkt waren. Nur wenige Minuten vor dem Unfall hatte ein Flugzeug der US-Fluggesellschaft United Airlines dem Tower demnach einen seltsamen Geruch an Bord gemeldet - deshalb war auch die Flughafen-Feuerwehr ausgerückt.
Wie Homendy bestätigte, waren zum Zeitpunkt des Unfalls nur zwei Fluglotsen im Dienst. Eine solche Besetzung sei während der Nachtschicht landesweit üblich, sagte die Behördenchefin. Die Ermittler hätten bisher auch keine Hinweise auf eine Übermüdung der Fluglotsen, auch wenn dies bei früheren Untersuchungen bereits eine Rolle gespielt habe.
LaGuardia ist mit 33,5 Millionen Fluggästen im Jahr 2024 der drittgrößte New Yorker Flughafen. Der Zusammenstoß zwischen dem Flugzeug und dem Feuerwehrfahrzeug war der erste tödliche Unfall seit 1992.