Im Bregenzerwald, genauer gesagt in Schnepfau, schlagen die Bauern Alarm: Die Mäuse machen ihnen das Leben schwer. Gleich neben der L200 haben sich die Nager breitgemacht und ganze Wiesenflächen sind betroffen. Die Bauern schätzen, dass dort Millionen Mäuse unterwegs sind, die sich richtig wohlfühlen, doch wo die kleinen Tiere wühlen, wächst kein Gras mehr – und schon im Frühjahr machen sich die Landwirte Sorgen um ihre Ernte.
Feldmäuse vermehren sich besonders schnell. Alle paar Jahre kommt es zu solchen Massenvermehrungen. Die Weibchen werden schon nach rund zwei Wochen geschlechtsreif und werfen dann alle paar Wochen mehrere Mäusebabys– meist von März bis Oktober.
Der Grund für die aktuelle Mäuseplage liegt laut Experten an den milden Wintern. Wenn der Schnee auf den nicht gefrorenen Boden fällt, finden die Mäuse ideale Bedingungen. Unter der Schneedecke fühlen sie sich sicher und wenn noch altes Gras vom Vorjahr steht, gibt es auch genug zu fressen.
„Sie fühlen sich wohl unter der Schneedecke und wenn dann etwas Gras vom Vorjahr stehen geblieben ist, haben sie auch genügend Futter.“Christian MeusburgerPflanzenbaureferent
Um die Plage in den Griff zu bekommen, bleibt den Bauern eigentlich nur die Mausefalle. Aber: Es braucht viele Fallen und alle müssen zusammenhelfen, weil sich die Mäuse nicht an Grundstücksgrenzen halten. Ein weiteres Problem entlang der stark befahrenen L200 ist, dass Füchse – eigentlich ausgezeichnete Mäusefänger – nicht über die Straße kommen oder dort überfahren werden. Hilfe könnte auch von oben kommen: Greifvögel sind ebenfalls gute Jäger. Damit sie leichter an ihre Beute kommen, könnten die Bauern Sitzstangen für sie aufstellen.
Auf den Feldern dürfen zum Glück keine offenen Giftköder ausgelegt werden, weil auch andere Tiere das Gift fressen könnten. Außerdem schreibt das Gesetz vor, dass zuerst Fallen verwendet werden müssen. Erst danach darf überhaupt Gift eingesetzt werden. Seit 1. Jänner gibt es zudem strenge EU-Regeln: Privatpersonen dürfen gar keine Giftköder mehr verwenden, und auch Landwirte brauchen eine Zusatzausbildung, wenn sie stärkere Mittel einsetzen wollen. Sonst sind nur Köder mit wenig Gift erlaubt.