Ein ungewöhnlicher Einsatz hat sich am Wochenende in Salzburg abgespielt: Ein verletzter Biber auf dem Dach des Großen Festspielhauses führte zu einem Rettungseinsatz von Bergrettung, Feuerwehr und Polizei.
Ausgelöst wurde der Einsatz am Samstagabend durch eine Frau, die dem Tier helfen wollte. Gegen 21:10 Uhr alarmierte sie die Bergrettung, nachdem sie oberhalb der Festspielhäuser auf dem Mönchsberg in steilem Gelände nicht mehr weiterkam. Laut Bergrettung befand sie sich in "weglosem, sehr steilem Gelände" und traute sich weder vor noch zurück.
Höhenretter der Berufsfeuerwehr seilten sich schließlich zu der Frau ab und brachten sie aus dem gefährlichen Bereich. Anschließend wurde sie von Bergrettern in Sicherheit begleitet.
Der Hintergrund des Einsatzes: Die Frau hatte bereits am Donnerstagabend einen Biber auf der Clemens-Holzmeister-Stiege oberhalb der Festspielhäuser beobachtet. Nach ihren Angaben sei das Tier plötzlich von der befestigten Stiege abgekommen und über ein erst kürzlich abgeholztes Steilgelände auf das Dach des Großen Festspielhauses gestürzt.
Sie habe den Vorfall sowohl der Feuerwehr als auch den Salzburger Festspielen gemeldet, sagte sie. Dort habe man ihr jedoch mitgeteilt, dass man in diesem Fall nichts unternehmen könne.
Da sie auf dem Dach weiterhin Bewegungen des Tieres wahrnahm, machte sich die Frau am Samstagabend nach der Arbeit selbst auf den Weg, um nach dem Biber zu sehen. Beim Abstieg in Richtung der Festspielhäuser geriet sie jedoch in Bergnot.
Der Biber konnte schließlich ebenfalls gerettet werden. Höhenretter bargen das Tier vom Dach des Festspielhauses und brachten es in einem Käfig in die Tierklinik nach Anif. Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" wurde der Nager dort kurz behandelt und anschließend von einem Team des Zoos wieder ausgewildert.
Wie der Biber überhaupt auf den Mönchsberg gelangte, ist noch unklar. In der Stadt Salzburg leben allerdings einige Tiere am Almkanal. Der Stiftsarm des Kanals verläuft durch einen Stollen unter dem Mönchsberg, nahe dessen südlichem Portal ein Weg auf den Berg führt. Von dort hätte das Tier rund 40 Höhenmeter bis zu den Festspielhäusern überwinden müssen.