In der Wachau blicken Marillenbauern derzeit gespannt auf das Wetter. Noch ist die Lage ruhig, doch die kommenden kalten Tage könnten entscheidend werden.
Anton Brandstetter aus Krems bewirtschaftet rund 70 Marillenbäume auf einem halben Hektar. "Vor der Kaltwetterfront habe ich nicht direkt Angst", sagt er. Kritisch werde es erst bei Frost kurz nach der Blüte: "Wenn die ersten kleinen Früchte entstehen, findet die Zellteilung statt – dann sind Minusgrade besonders gefährlich."
So weit seien seine Bäume derzeit aber noch nicht. "Mehr Angst habe ich vor Pilzbefall, wenn Regen in die offenen Blüten fällt."
Im Vorjahr haben viele Betriebe im Kremser Umkreis mit Pilzen gekämpft, erzählt der Landwirt im "Heute"-Gespräch. Er konnte seine Ernte im Vorjahr mit einem Fungizid schützen.
Auch Bäuerin Waltraud B. aus Spitz kennt die Risiken bei Kaltwetterphasen: "Früher habe ich bei Kälte alle drei Meter eine Frostkerze aufgestellt. Nur gemeinsam mit den Nachbarn konnte man so eine Wärmewolke erzeugen."
Insgesamt wurde mit den Kerzen aber nur eine künstliche Temperatursteigerung um ein halbes Grad erzielt. Der Nutzen war also gering, die Kerzen zu teuer. Heute setzt sie auf eine andere Strategie: "Ich vertraue auf meine Frostversicherung."