Crash, Verletzung, gereizte Autofahrer: Am Montag, 23. März, kam bei einem Lkw-Unfall auf der A1 Westautobahn bei St. Valentin (Bezirk Amstetten, NÖ, Fahrtrichtung Wien) alles zusammen. Ein Lkw krachte gegen eine Brücke, dann in die Leitschiene. Gegen 19.30 Uhr erreichte die Feuerwehr der Notruf – wir berichteten.
Es wirkt wie ein Wunder. Aus der völlig verwüsteten Fahrerkabine stieg der Lenker selbstständig aus. Dennoch: Er war verletzt, musste sofort ins Spital gebracht werden.
Philipp Gutlederer, Pressesprecher von der Freiwilligen Feuerwehr Amstetten, war beim Einsatz dabei und erzählt im "Heute"-Gespräch: "Es war sehr langwierig und anstrengend." Eine der Hauptaufgaben war das Binden des ausgetretenen Treibstoffs. Beim Crash ist ein Dieseltank zerfetzt worden. Und: Im Lkw waren Produkte für einen Supermarkt, die mussten umgeladen werden. Der Lkw selbst wurde „mit einem schweren Kranfahrzeug" geborgen.
Die Helfer waren unermüdlich die ganze Nacht im Einsatz. Aber: "Die Einsatzkräfte sind alle Freiwillige" – bis auf die Polizei und die Asfinag. Das bedeutet, dass sie in der Früh wieder alle ihrem normalen Arbeitsalltag nachgehen mussten.
"Wir sind ein eingespieltes Team", so Gutlederer zur Zusammenarbeit von Asfinag, Autobahnpolizei, Rotem Kreuz und den Feuerwehren Amstetten, St. Valentin und Enns (OÖ).
Die Pkw wurden laut Gutlederer zurückgeleitet, die Lkw-Fahrer allerdings hätten in ihren Fahrzeugen übernachtet. Gutlederer gehe aber davon aus, dass sie ausgestattet und vorbereitet waren, irgendwo zu schlafen sowie Essen und Trinken dabei zu haben – die Ruhezeiten müssen sowieso eingehalten werden.
Auch Peter Spanyar, Feuerwehrkommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Valentin, bezeichnet die Einsatznacht im "Heute"-Gespräch als "langwierig und schwierig". Sie seien mit der manuellen Entladung der Supermarkt-Waren sehr beschäftigt gewesen, das Umschlichten habe viel Zeit gekostet.
"Selbst über die anstrengende Nacht hinweg" habe es aber ein gutes Zusammenarbeiten zwischen allen gegeben. Der Stauabschnitt sei laut ihm umgekehrt worden und die Pkw konnten bei Enns Ost von der Autobahn abfahren – zuerst nur Pkw, dann konnten auch Lkw die Umleitung nutzen.
Neben den Aufräumarbeiten mussten sich die Helfer auch noch um wütende Autofahrer kümmern. Spanyar: "Einige Autofahrer waren gereizt", so der Feuerwehrkommandant.
Die Personen seien zum Unfallort gekommen und hätten gefragt, warum es nicht weitergeht, "warum man den nicht einfach wegtut und was so lange dauern kann." Spanyar erklärt, für Laien sei es schwierig zu verstehen, "was da alles dranhängt" an einem solchen Einsatz.
Als das erste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr vor Ort war, hätte der Verletzte den Lkw bereits verlassen, so Spanyar. Dann sei er vom Roten Kreuz versorgt worden. "Ich glaube der Herr kann Lotto spielen, das Glück hat man nur einmal im Leben", so Spanyar.