Tierische Studie

Na sowas? Deshalb schwimmen viele Haie in Gruppen

Haie gelten als Einzelgänger, doch neue Studien zeigen: Die Raubfische pflegen überraschend komplexe soziale Netzwerke.
Heute Tierisch
17.03.2026, 08:03
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Dass Haie nicht nur gefürchtete Jäger, sondern auch soziale Tiere sind, zeigt eine neue Studie von Darren Croft und seinem Team von der University of Exeter. Die Forscher haben im Fachmagazin "Animal Behaviour" darüber berichtet, wie sich manche Haiarten nicht nur bei der Jagd, sondern auch sonst in Gruppen oder mit bestimmten Artgenossen aufhalten. Haie pflegen also auch nützliche Verbindungen und verbringen Zeit miteinander.

Für die aktuelle Untersuchung sammelte das Team sechs Jahre lang Daten im "Shark Reef Marine Reserve". Dieses Haischutzgebiet gibt es seit 2004, dort tummeln sich acht verschiedene Haiarten – etwa Riffhaie, Ammenhaie und Bullenhaie.

Das Reservat wird unter anderem mit geführten Tauchgängen finanziert. Über 180 Bullenhaie wurden dabei beobachtet. Diese Raubfische sind rund zwei Meter lang und gelten als aggressiv und schwer berechenbar. Die Fachleute haben nicht nur gezählt, wie viele Haie unterwegs waren, sondern auch genau geschaut, wie die Tiere Kontakt zueinander haben – ob sie nebeneinander schwimmen, einander folgen oder sich gegenseitig den Vortritt lassen.

Folgende Haiarten schwimmen gerne dort, wo Menschen schwimmen:

Je älter, desto weniger gesellig

Die meisten sozialen Verbindungen gab es laut den Forschern zwischen erwachsenen Haien, die fortpflanzungsfähig sind. Besonders oft waren es Tiere von ähnlicher Größe, die miteinander Zeit verbrachten. Diese erwachsenen Haie bilden quasi das Zentrum des sozialen Netzwerks. Jungtiere und ältere Haie waren weniger eng "befreundet", vor allem die älteren Exemplare waren kaum mehr sozial. "Die älteren Individuen haben viele Jahre Erfahrung, Geselligkeit ist für ihr Überleben vielleicht weniger wichtig", erklärt Erstautorin Natasha Marosi in einer Aussendung zur Studie.

Junge Haie halten sich oft in anderen Regionen auf und gehen den erwachsenen Tieren eher aus dem Weg.

„Wir haben allerdings einzelne mutige Jungtiere beobachtet, die schon eine Verbindung zu den ausgewachsenen Haien aufgebaut haben“
Natasha MarosiErstautorin Studie

Das könnte den Jungen helfen, sich in die Gruppe zu integrieren und möglicherweise auch neue Fähigkeiten zu lernen.

Jeder will zu den Mädels

In der Auswertung zeigte sich, dass beide Geschlechter vor allem die Nähe von Weibchen suchen. Im Schnitt haben Männchen aber mehr Sozialkontakte. "Männchen sind etwas kleiner als Weibchen, sie könnten aus der sozialen Integration mehr Nutzen ziehen", meint Marosi. Die Gruppe schützt sie offenbar vor Konflikten mit ausgewachsenen Tieren.

„Wir fangen erst an, das Sozialverhalten von vielen Haiarten zu verstehen. Ähnlich wie andere Tiere haben sie wahrscheinlich Vorteile davon.“

Die Studie macht deutlich, dass Haie – entgegen ihrem Ruf – ein recht komplexes Sozialleben führen. Die Gruppe hilft nicht nur beim Lernen neuer Fähigkeiten oder bei der Suche nach Futter und Partnern, sondern bietet auch Schutz vor Streitigkeiten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 17.03.2026, 08:03
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