Mehr Aufgaben für die Parksheriffs in Wien! Die Parkraumüberwachung fällt künftig zur Gänze in die Zuständigkeit der Stadt. Schon jetzt sind die städtischen Parksheriffs kontrollierend in Wiens Straßen unterwegs, künftig übernimmt die Stadt auch alle weiteren Aufgaben. Voraussetzung für die bisherige Lösung war eine freiwillige Vereinbarung zwischen Stadt und Landespolizeidirektion. Nun wandert die Zuständigkeit für das Aufspüren von Parksündern tatsächlich in die Kompetenz der MA 67.
Für Autofahrer ändert sich dabei kaum etwas. Kontrolliert wird weiterhin streng –laut Stadt braucht es in einer 2-Millionen-Stadt wie Wien klare Regeln, damit der Verkehr flüssig bleibt und alle sicher unterwegs sind. Genau dafür sorgen derzeit 650 Parksheriffs der MA 67. Sie überwachen den ruhenden Verkehr gemäß der Straßenverkehrsordnung in allen 23 Bezirken.
Die Mitarbeiter der MA67 kontrollieren auch das Halten in 2. Spur, am Gehsteig oder im Kreuzungsbereich. Zu den weiteren Aufgaben zählen die Überprüfung der Gebührenentrichtung für die flächendeckende Kurzparkzone, die Anordnung von Abschleppungen von abgestellten Fahrzeugen, die den Verkehr behindern, sowie die Überwachung von falsch abgestellten E-Scootern.
Im Jahr 2025 haben die Parkraum-Mitarbeiter in ganz Wien 54,4 Millionen Kontrollen, also Abrufe, getätigt. 2,8 Prozent davon waren Strafen. Das sind 1,5 Millionen Strafbescheide, die ausgestellt wurden. Die Zahlen sind geringfügig niedriger als jene von 2024. Da gab es 54,7 Millionen Abrufe und rund 1,6 Millionen Strafbescheide.
Mit der Neustrukturierung soll es zudem keine Doppelgleisigkeiten mehr geben. Für die Stadt bedeutet die alleinige Zuständigkeit eine Vereinfachung und Beschleunigung der Verwaltungsabläufe. "Mit der Bündelung der Zuständigkeiten schaffen wir klare Strukturen und vereinfachen die Abläufe in der Parkraumüberwachung", hob Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SP).
Auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sieht Vorteile: "Ich halte es für sinnvoll, die Parkraumüberwachung in die Zuständigkeit der Stadt Wien zu übergeben. Denn dadurch stehen mehr Polizistinnen und Polizisten für die Sicherheit der Menschen und somit für polizeiliche Kernaufgaben zur Verfügung", so der Minister. Für Polizisten fällt die Überwachung des ruhenden Verkehrs im gesamten Stadtgebiet weg, lediglich in der Nacht ist die Exekutive noch unterstützend tätig. Aktuell werden die notwendigen gesetzlichen Grundlagen für die Übertragung der Zuständigkeiten ausgearbeitet. Eine Umsetzung ist noch in diesem Jahr geplant.
Die Parkraumüberwachung wird laufend modernisiert. Im Jahr 2025 wurde die digitale Parkraumüberwachung im Landtag beschlossen. Seit 2026 läuft in Wien die Testphase für die Parkraumüberwachung durch sogenannte Scan Cars - Fahrzeuge mit speziellen Sensoren zur Kennzeichenerfassung am Autodach. Der Volleinsatz der Scan Cars ist ab Ende 2026 geplant.
Die Einnahmen aus den Strafen sind laut Stadt zweckgebunden. Ein Teil der Einnahmen wird in die Straßenerhaltung investiert bzw. für die Beschaffung und Erhaltung von Einrichtungen zur Verkehrsüberwachung sowie für Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung, ein anderer Teil der Einnahmen von Parkstrafen ist für die Sozialhilfe zweckgewidmet. Die Strafen fließen also wieder der Allgemeinheit zu.