Der Abgang kam überraschend. Am Montag, den 16. Februar, verkündete Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) den Rückzug von Vizebürgermeisterin und Wohnstadträtin Kathrin Gaál (SPÖ). Die personellen Weichen seien in den Parteigremien "einstimmig" beschlossen worden, so Ludwig.
Für ihn sei die Entscheidung ein "schweren Schlag", auch wenn er Verständnis für Gaáls Wunsch nach beruflicher Neuorientierung habe.
Gaál selbst sprach von "keine leichte Entscheidung" und vom "richtige Zeitpunkt für diese Entscheidung". Sie verwies auf Erfolge im Wohnbereich und betonte: "Man soll gehen, wenn es am schönsten ist" und "das Leben ist keine Generalprobe".
Offiziell ist damit nur klar: Gaál verlässt die aktive Politik. Doch hinter den Kulissen brodelt bereits die Gerüchteküche. In politischen Kreisen wird spekuliert, dass die langjährige Wohnstadträtin in den Vorstand der Sozialbau einziehen könnte - jenem gemeinnützigen Wohnbauträger, der in Wien tausende Wohnungen verwaltet.
Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher nicht. Fest steht aber: Kaum jemand kennt die Wiener Wohnpolitik so gut wie Gaál. Unter ihrer Verantwortung wurden zahlreiche geförderte Projekte auf Schiene gebracht, Stichwort leistbares Wohnen und smarte Wohnungen.
Dass ausgerechnet sie nun womöglich in eine Spitzenfunktion eines großen Wohnbauträgers wechseln könnte, sorgt für Gesprächsstoff. Für die einen wäre es ein logischer Karriereschritt, für die anderen wirft es Fragen nach politischer Nähe und Postenbesetzungen auf.
Während Barbara Novak als neue Vizebürgermeisterin übernimmt und Elke Hanel-Torsch das Wohnressort bekommt, richtet sich der Blick vieler Beobachter schon auf die nächste Personalie.