"Als administrative Anpassung getarnt wird ein beispielloser Sparkurs an Wiener Gymnasien über die Hintertür vorbereitet", warnt nun die Professoren Union. Einzelne Schulen sollen bis zu fünf Lehrer für das kommende Schuljahr verlieren. Auch in der Nachmittagsbetreuung sollen Stunden eingespart werden.
"Wiener Gymnasien brauchen mehr Ressourcen für Talentförderung und nicht weniger", kritisiert VP-Klubobmann Harald Zierfuß. "Es ist absolut inakzeptabel, gute Wiener Schulen kaputt zu sparen."
Und auch AHS-Lehrervertreter Simon Lechner (ÖPU/FCG) spart nicht mit Kritik: "Es kann nicht sein, dass die Bildungsqualität an Wiens Gymnasien durch einen Mix an Kürzungen ausgehöhlt wird." Drei Punkte werden kritisiert: Eine sogenannte "Pro Kopf Quote" soll die Ressourcenzuteilung pro Schüler reduzieren, dazu kommt eine angeblich intransparente Umverteilung beim Sozio-Index und eben Streichungen bei der Nachmittagsbetreuung.
Im Ministerium weist man die Vorwürfe scharf zurück. "Es wird nicht gekürzt, im Gegenteil, im Rahmen des Chancenbonus-Programms erhalten 400 Schulen österreichweit sogar deutlich mehr Ressourcen (insgesamt 800 Vollzeitäquivalente)", heißt es aus dem Büro von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos). Ressourcen sollen treffsicherer verwendet, nicht eingespart werden, heißt es weiter.
"Die Bildungsdirektionen erhalten Ressourcen im bisherigen gleichen Ausmaß, aber in einer einfacheren und treffsichereren Form. Damit können wir auch einen Beitrag zur Entbürokratisierung auf allen Ebenen der Bildungsverwaltung (Schule/BD/Zentralstelle) leisten", so eine Sprecherin.