Startschuss für die knapp 800.000 Muslime in Österreich: Jetzt beginnt der Fastenmonat Ramadan. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang dürfen gläubige Muslime nicht essen und nicht trinken – bis zum 19. März.
Zu gravierenden Problemen führe das in manchen Schulen, Kinder seien unterzuckert und völlig kraftlos. Evelyn Kometter, Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine der Pflichtschulen Österreichs: "Reihenweise kippen Kinder, die fasten, im Unterricht weg." Auf Nachfrage erklärt sie: "Sie werden richtig ohnmächtig."
"Das wirkt sich überall aus, nicht nur im Turnunterricht oder bei Schularbeiten", beschreibt die oberste Elternvertreterin, "die Kinder sind richtig eingeschränkt." Weiters sagt die Kärntnerin: "Während der Wachstumsschübe haben die Kinder einen ganz anderen Tagesrhythmus – die sind fertig. Außerdem schlafen sie zu wenig, da sie bis spät in der Nacht essen."
Es ist nicht nur ein Thema der älteren Teenager, immer mehr Kinder fasten bereits im Volksschulalter, sagt Kometter: "Das hängt von der Familie ab, aber das ist ein Horror für den Organismus und der Kreislauf schafft das nicht." Zum Problem wird der Gruppenzwang, viele Kinder wollen es ihren Freunden gleichmachen.
Aus der Wiener Bildungsdirektion heißt es, die Schulleitungen hätten bereits einen routinierten Umgang mit der Fastenzeit: "Kommt es in Einzelfällen zu gesundheitlichen Beschwerden, werden am Standort umgehend die notwendigen Maßnahmen geprüft und nach festgelegten Abläufen umgesetzt."
Laut Website derislam.at heißt es, dass Kinder ausdrücklich von der Pflicht ausgenommen seien. Im Informationsblatt der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (wird vom Bildungsministerium an Schulen verteilt) steht: "Jedes Kind ist anders in seinem Entwicklungsprozess und körperliche wie auch gesundheitliche Aspekte sind individuell verschieden. Wenn ein Kind fasten will, so soll es fasten. Das Kind entscheidet dann, gemeinsam mit den Eltern, ob es körperlich und geistig bereit dafür ist zu fasten."
Ausnahmen gibt es jedenfalls, laut dieser Information, etwa bei Prüfungen: "Der eigene Körper ist der beste Ratgeber; wenn dein Körper signalisiert, dass es an diesem Tag zu schwer wird, kannst du das Fasten für diesen Tag abbrechen." Auch Reisen mit der Schule sind Ausnahmen: "Wer auf Reise ist, ist vom Fastengebot ausgenommen. Das steht deutlich im Koran und ist auch so festgehalten. Wenn fastende Kinder im Ramadan also auf Klassenfahrt sind, sind sie somit vom Fastengebot ausgenommen."
In Wien sind Kinder mit islamischem Glaubensbekenntnis die größte Gruppe in den Volks- und Mittelschulen. Er beträgt mehr als 40 Prozent.