Ein Forschungsteam aus den Ländern Deutschland, der Ukraine und Polen hat kürzlich eine besondere Erkenntnis zu Ameisen gewonnen. Offenbar sei es so, dass Stadt-Ameisen viel weniger zimperlich sind, wenn es ums Futter geht wie ihre Kollegen vom Land.
Verhaltensbiologe Tomer Czaczkes aus der Freien Universität Berlin erklärt dieses Phänomen folgendermaßen: Dieses Verhalten der Stadt-Ameise könne ein Hinweis auf das urbane Ökosystem sein, wo sich die Ameisen an das weniger nährstoffreiche Nahrungsangebot einfach gewöhnt hätten und viel weniger heikel seien.
Bereits im Sommer 2024 wurden Ameisenstraßen der häufigsten Ameise in Europa, der "Schwarzen Wegameise" an insgesamt fünf verschiedenen Orten - sowohl städtisch als auch ländlich - untersucht. An Plätzen, wo die Ameisen zwischen Baumstämmen hin- und herlaufen, um sich von den Ausscheidungen der Blattläuse, dem Honigtau, zu ernähren, wurden die Tiere auf dem Weg zur Nahrungsbeschaffung mit Zuckerlösungen gelockt.
Während die ländlichen Arbeiter mit dem Zuckergemisch überhaupt nichts anzufangen wussten und es wohl als "geringer" angesehen hatten, freuten sich die Stadtameisen über das Zuckergemisch.
Durch die urbane Umgebung, wo es trockener und heißer wird und auch die Bodenversiegelung Auswirkungen auf die Ameisen hat, sind die Tiere also wesentlich genügsamer, da sie laut den Forschern bestimmt öfter Hunger leiden als ihre ländlichen Artgenossen. Ein Zuckergemisch sei deshalb für die Stadt-Ameise eine willkommene Abwechslung, während es für die Land-Ameise lediglich einen schlechten Tausch darstellt.
Die Forscher betonen aber, dass es sich hier natürlich um eine Theorie zu den Beobachtungen handle, denn ganz genau, würde man das Verhalten wohl nie verstehen können.