Tierisches Rassenporträt

Von diesem Pferd gibt es nur noch 500 Stück

Das sogenannte "Schleswiger Kaltblut" steht kurz vor dem Aussterben, weshalb man sich nun auf die Suche nach genetischer Vielfalt macht.
12.03.2026, 12:36
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Auf dem Bild sieht man eine Schleswiger Kaltblutstute wie aus dem Bilderbuch. Sie ist die letzte einer Stutenlinie und somit ein sehr wertvolles Zuchttier. Die achtjährige Stute trägt aber zum Glück ein Kind unter dem Herzen und das Fohlen soll in den nächsten Tagen zur Welt kommen. Auf dem ungeborenen Pferdekind liegen aber bereits jetzt große Hoffnungen, denn diese Pferderasse steht kurz vor dem Aussterben.

„Wir würden uns natürlich ein Stutfohlen wünschen, um die Linie wieder etwas zu verbreitern.“
Gesche PetersenZüchterin, Schleswiger Kaltblut

Pferderasse

Das Schleswiger Kaltblut wurde bis Mitte des letzten Jahrhunderts in beinahe allen landwirtschaftlichen Betrieben genutzt. Dann wurde ihre Arbeitskraft durch Traktoren ersetzt und ungezählte Exemplare landeten auf dem Schlachthof. Die "Schleswiger" sind seither vom Aussterben bedroht, und in Europa gibt es nur noch 500 Exemplare.

„Schleswiger können für alles genutzt werden, außer für das Springen.“

Die imposanten Pferde sind allerdings vielseitig einsetzbar und müssten nicht nur einen Pflug ziehen, um ihre Existenz zu rechtfertigen. Ringreiten, Kutsche ziehen und auch das sogenannte Abschleppen gehört in seine Domäne, weshalb laut der Meinung des Züchters Gert Petersen jeder Reitverein einen Schleswiger besitzen sollte, um den Reitplatz abzuschleppen.

Das "Abschleppen" in der Landwirtschaft bedeutet, Grünland zu ebnen. Meist im Frühjahr werden mit dieser Pflegemaßnahme Mistreste verteilt, die Grasnarbe belüftet und Unkraut dezimiert. Vor allem auf trockenem Boden ist das "Abschleppen" auf Wiesen und Weiden eine gesunde Prophylaxe.

Nur 135 Zuchtstuten

In Deutschland sind aktuell nur 135 Zuchtstuten bekannt, doch nur mit einem Bruchteil davon wird überhaupt gezüchtet. Um Inzucht zu vermeiden und gesunde Nachkommen zu fördern, wird sehr darauf geachtet, dass die Elterntiere gar nicht miteinander verwandt sind und sich die Blutlinie nicht überlappt. Auch ein genbasiertes Zuchtprogramm sorgt hier für eine feine Bewertung, um den perfekten Hengst für die jeweilige Stute zu finden. Haarproben der Tiere werden zu diesem Zweck in einem Labor ausgewertet und analysiert.

EU zahlt!

Um das Schleswiger Kaltblut zu retten, bezuschusst die EU sogar das Erhaltungsprogramm mit 350.000 Euro. Über die Sozialen Medien wird außerdem nach Schleswigern gesucht, die möglicherweise noch nicht registriert wurden, um die Artenvielfalt zu fördern.

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