Auf dem Betrieb, auf dem Gabriel Spettel arbeitet, werden unter anderem Gerste, Kichererbsen, Linsen, Käferbohnen und Sojabohnen angebaut. Auch Milchkühe gehören zum Betrieb, bei dem der Influencer für Aussaat, Kulturpflege und Bodenbearbeitung am Feld zuständig ist.
Gestartet hat Spettels Social-Media-Karriere im Jahr 2022 mit einer großen Investition: "Mein Erfolg auf Social Media hat damit begonnen, dass wir am Betrieb den Traktor 'Fendt 942 Vario' bekommen haben."
Erst knipste der Landwirt aus dem Bezirk Gänserndorf unzählige Fotos vom Fendt für seine Handygalerie. Später beschloss er, Bewegtbilder des Traktors auch in lustigen Clips zusammenzuschneiden, wie er im "Heute"-Gespräch erzählt: "Auf TikTok habe ich die ersten Videos von unserem 'Fendt 942 Vario' hochgeladen, eines davon ging sehr schnell viral."
Mittlerweile hat sich seine bevorzugte Social-Media-Plattform geändert, gerade seine Instagram-Reels aus dem Traktor-Fahrerkabine kommen gut an und erreichen Hunderttausende: "Jetzt liegt mein Fokus auf Instagram, wo ich mit Schnitt und Sounds herumexperimentiere." Sein meistgesehenes Video kommt dort auf über fünf Millionen Views.
Seine Zuschauer hinter den Bildschirmen kommen aus einer Landwirt-Bubble sowohl aus Österreichern als auch aus Deutschland und der Slowakei. Er freut sich, dass es mittlerweile eine etablierte Nische aus Traktor-Influencern in Österreich gibt: "Die Zuseher können mehreren Traktor-Influencern folgen – da sehe ich keine Konkurrenz."
Für den 23-Jährigen sei der Videodreh ein Ausgleich zur Arbeit am Feld, erzählt Spettel gegenüber "Heute". Besonders der Schnitt bereite ihm Freude.
Direkte Einnahmen erzielt er mit seinen Social-Media-Posts nach eigenen Angaben nicht. Den Mehrwert seiner Influencer-Karriere sieht er aber im Kontakt und neuen Austausch mit anderen Landwirten – bis ins Ausland. Auch auf Messen kommt er mit anderen Messbesuchern aus Deutschland und der Slowakei, die ihn aus seinen Videos kennen, immer öfter ins Gespräch.
Selbst nächtliche Begegnungen bleiben Gabriel Spettel lange in Erinnerung: "Eine der unerwartetsten Begegnungen war mitten in der Nacht auf der Tankstelle beim Traktortanken. Da kam jemand auf mich zu und sagte, ihm gefallen meine Videos. Mitten in der Nacht!"
Seine wachsende Bekanntheit spürt der Landwirt auch in seinem Alltag. "Auf Dorffesteln und Landwirtschaftsmessen werde ich erkannt und auch regelmäßig um Fotos gebeten. Das taugt mir, weil man dadurch mit Menschen ins Gespräch kommt, die man sonst nie treffen würde." In diese Rolle habe Spettel als Introvert aber erst hineinwachsen müssen.
Sein Ziel formuliert er klar: ""Die Landwirtschaft kann nie zu viel vertreten sein, auch online!" Spettel wolle auf Social Media zeigen, "wie facettenreich Landwirtschaft in Österreich ist und wie hochwertig unsere Lebensmittel produziert werden."