8 Stunden am Telefon

"Bankmitarbeiter" zockt Frau um 43.000 Euro ab

Eine perfide Betrugsmasche hat im Bezirk St. Pölten-Land für einen Schaden von mehr als 43.000 Euro gesorgt.
Niederösterreich Heute
24.02.2026, 20:40
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Eine Frau aus Herzogenburg wurde von einem falschen Bankmitarbeiter stundenlang in ein Telefongespräch verwickelt – am Ende waren ihr Konto geplündert und ihre Bankomatkarten weg.

Am Nachmittag des 24. März 2025 klingelte bei der Frau das Telefon. Ein unbekannter Mann gab sich als Mitarbeiter ihrer Bank aus und behauptete, das Konto sei gehackt worden. Um angeblich Schlimmeres zu verhindern, müsse sie sofort handeln.

Der Anrufer brachte sein Opfer dazu, eine Fernwartungs-App auf ihrem Handy zu installieren. In weiterer Folge gab die Frau sämtliche Bankdaten sowie die dazugehörigen PIN-Codes bekannt. Über den Fernzugriff löschte der Täter sogar die Banking-App – angeblich Teil eines "Wiederherstellungsprozesses".

"Mitarbeiter" holte Kuvert ab

Doch damit nicht genug: Der Unbekannte wies die Frau an, ihre Bankomatkarten gemeinsam mit einer Notiz aller relevanten Daten in ein Kuvert zu legen. Dieses sollte von einem "Mitarbeiter" abgeholt werden. Tatsächlich erschien kurze Zeit später ein Mann an der Wohnadresse des Opfers und nahm das Kuvert an sich.

Während der gesamten Zeit – insgesamt rund acht Stunden – wurde die Frau angewiesen, das Telefonat nicht zu beenden. Selbst nach der Übergabe der Karten hielt der Täter sie noch über eine Stunde in der Leitung.

Erst als sich die Frau danach bei der Service-Hotline ihrer Bank meldete, flog der Betrug auf. Die Täter hatten bereits sieben Bargeldbehebungen durchgeführt sowie eine Auslandsüberweisung veranlasst. Der Schaden: mehr als 43.000 Euro.

Intensive Ermittlungen der Exekutive

Intensive Ermittlungen der Polizeiinspektion Herzogenburg in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich und dem Bundeskriminalamt führten schließlich zu einem Verdächtigen. Dabei handelt es sich um einen 22-jährigen niederländischen Staatsbürger, der die Abhebungen und Überweisungen durchgeführt haben soll und zwischenzeitlich nach Spanien ausgereist war.

Europäischer Haftbefehl erlassen

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde ein Europäischer Haftbefehl erlassen. Am 18. Dezember 2025 klickten bei einer Polizeikontrolle in Spanien die Handschellen. Nach seiner Auslieferung am 20. Februar 2026 wurde der 22-Jährige in Österreich festgenommen und einvernommen – er verweigerte die Aussage.

Der Beschuldigte wurde in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert. Die Ermittlungen zu möglichen weiteren Beteiligten laufen.

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