Der Instinkt hatte ein Fischotterkind offenbar nicht im Stich gelassen, denn die pfiffige "Hermine" hat sich aufgrund einiger Verletzungen ganz gezielt die Tochter einer Tierärztin gesucht, die sie in die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) brachte. Der jungen Dame wurde nämlich so lange auf der Straße hinterhergelaufen und sogar fast an den Beinen hochgeklettert, bis sie verstanden hatte, was zu tun ist.
Die besagte Tierärztin hatte das Wildtier natürlich sofort untersucht und stellte mehrere Schnittverletzungen und eine skalpierte Zehe fest. Nach der Erstversorgung konnte "Hermine" dann den Tierpflegern des Wildtierhofes von VIER PFOTEN übergeben werden.
„Die Verletzungen sind mittlerweile schön verheilt, Hermine ist erfreulicherweise putzmunter. Leider wissen wir nicht, wo ihre Familie ist bzw. warum sie verwaist war. Sobald sie etwas besser schwimmen kann, werden wir daher versuchen, sie mit etwas älteren Artgenossen zu vergesellschaften“Dr. Hans FreyLeiter EGS
Der Kontakt zu Artgenossen ist für die Aufzucht und spätere Wiederauswilderung von jungen Ottern essenziell, denn "Hermine" soll letztendlich wieder in die Natur entlassen werden. Die Chancen dafür stehen gut: "Mittlerweile ist sie schon einige Wochen alt, frisst bereits brav festes Futter und wird täglich kräftiger", so Dr. Frey.