Forscher der University of California, Riverside (UCR) wollen herausgefunden haben, dass die gefürchteten Bettwanzen gar keinen Kammerjäger und chemische Keulen brauchen. Alles, um sie zu vertreiben, hat jeder Österreicher daheim: Wasser!
Mal ehrlich, nachdem man jahrzehntelang mit Pestiziden gegen die lästigen Schädlinge vorgegangen war, sind die neuesten Studienergebnisse eigentlich zum Haare raufen, aber manchmal braucht es auch in der Wissenschaft ein bisschen Glück. Denn dass Bettwanzen sofort Reißaus nehmen, wenn die Oberfläche nass wird, ist einem Unfall einer Forscherin zuzuschreiben.
Die Tierchen in unserer Bildergalerie sind im Gegensatz zur Bettwanze völlig harmlos. Klick dich durch:
Im Labor wurde ein künstlicher Futterspender beschädigt, der den Untergrund der Bettwanzen in dem Forschungsgefäß mit Blut befeuchtete, doch anstatt sich daran zu laben, rannten die Insekten hysterisch vom nassen Teil des Papiers davon.
Eigentlich völlig logisch, wenn man sich die Physis der Bettwanzen ansieht. Die Tiere mit dem flachen Körper haben kleine Atemöffnungen, die man auch "Stigmen" nennt, an den Bauchseiten. Da sie zu klein sind, bleiben sie durch die Oberflächenspannung am Wasser regelrecht picken (Kohäsionskraft) und die Atemöffnungen werden blockiert. Kurz gesagt: Schon ein einziger Wassertropfen wird für die Bettwanze zur Todesfalle und sie ertrinkt.
Eine Arbeitsgruppe beschäftige sich daraufhin nur mit der Frage, ob alle Bettwanzen gleich auf Wasser reagieren, und die Antwort ist: fast. Geschlechts- und Altersunabhängig meiden ALLE Bettwanzen nasse und feuchte Untergründe, doch junge Tiere scheinen besonders viel Angst vor dem Erstickungstod zu haben.
Während sich die Forscher schon einmal einig sind, dass Bettwanzen in der Kleidung oder am Menschen mit einem einfachen Bad sofort verschwinden, testet man nun wasserbasierte Insektensprays für das Bett, aber hey - vielleicht tut es ja wirklich auch einfach nur das Blumenspritzerl im Schlafzimmer und die Wanze gibt w.o. Wir sind gespannt!