Tierische Studie aus Wien

Deshalb solltest du bei einem Pferd ganz genau hinhören

Das edle Ross stand im Mittelpunkt einer neuen Studie, denn erstaunlicherweise ist sein Wiehern so viel mehr als nur ein echtes Klangwunder.
24.02.2026, 11:30
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Hunde bellen. Katzen miauen. Vögel zwitschern und das Pferd wiehert. Soweit so gut, doch wenn das edle Ross einmal so richtig loslegt, mit seinem gesamten Klangrepertoire soll man laut einer neuen Studie mit Beteiligung der Universität Wien auch ganz klar unterscheiden können, welche Funktionen welche Töne erfüllen. So wird geschrien, gepfiffen und gesungen.

"Pfiff"

Wenn wir Menschen pfeifen wollen, muss ein Luftstrom richtig geformt werden, der Pfiff eines Pferdes jedoch wird im Kehlkopf und nicht an den Lippen produziert, berichtet Bioakustikforscher Tecumseh Fitch im Fachjournal "Current Biology". Die tiefen Klänge stammen hierbei allerdings wie auch bei uns Menschen über Schwingungen der Stimmlippen im Kehlkopf. Doch wie können diese Geräusche gleichzeitig produziert werden?

Sechs Pferde-Kehlköpfe aus einem französischen Schlachthaus sollten hier als Untersuchungsobjekte im Schalllabor der Universität Kopenhagen Aufschluss darüber geben. Nachdem man den aufgetauten Körperteilen tatsächlich ein Wiehern entlocken konnte, wurde Helium anstatt Luft durch die Kehlköpfe geblasen, woraufhin sich die hohe Frequenz änderte, doch die tiefe Frequenz gleich geblieben ist.

Zu lustig! Beim Wiehern produziert jedes Pferd zwei Töne auf einmal.
iStock©Zelenenka

Zwei Körperfunktionen

Die Forscher konnten aufgrund dieses Experiments beweisen, dass die hohen Töne beim Wiehern wirklich Pfiffe sind und die tiefen Töne durch Stimmbandvibrationen erzeugt werden, die vom Helium unbeeinflusst geblieben waren. Helium sorgt nämlich kurzzeitig durch seine höhere Schallgeschwindigkeit für die bekannte "Chipmunks"-Stimme.

„Das Pferd ist die erste große Säugetierart, bei der das dokumentiert wurde. Przewalski-Wildpferde können so wie Hauspferde mit hohen und tiefen Tönen wiehern, Esel und Zebras nicht.“

Weshalb zwei Töne auf einmal?

Wieso das Pferd jedoch zwei Töne auf einmal "rauswiehert", kann natürlich verschiedene Ursachen haben. Es könnte daran liegen, dass sie dadurch mit Artgenossen in verschiedener Distanz gleichzeitig kommunizieren, da höhere Frequenzen eine größere Reichweite haben, als tiefe Töne, oder aber das Pferd möchte mehrere Informationen übermitteln, wie beispielsweise eine Art Erkennungssignal und seine Laune.

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