Als Katzenbesitzer ist man zu Hause nie allein. Kaum bewegt man sich durch die Wohnung, folgt einem die Katze auf Schritt und Tritt. Besonders kurios wirkt es, wenn sie einem sogar auf die Toilette oder bis unter die Dusche folgt.
Aber wieso übt der Toilettengang ihrer Besitzer auf viele Katzen eine nahezu magische Anziehungskraft aus? Was auf den ersten Blick wie ein merkwürdiger Tick wirkt, hat tatsächlich nachvollziehbare Gründe, die weit über bloße Neugier hinausgehen.
Einzelgänger? Von wegen. Viele Stubentiger entwickeln eine sehr enge Beziehung zu ihrem Menschen. Das Nachlaufen ist ein Zeichen von Vertrauen und sozialer Bindung. Sie möchten einfach in der Nähe ihrer Besitzer sein – ganz egal, was sie gerade machen.
Katzen sind territoriale Tiere. Sie wollen wissen, wo sich ihr vertrauter Mensch aufhält und was in ihrem Revier passiert. Eine geschlossene Tür, wie die zum Badezimmer, kann besonders spannend sein, weil sie das Sichtfeld und die Kontrolle über den Raum einschränkt.
Katzen lieben feste Abläufe. Der regelmäßige Gang des Menschen zur Toilette kann schnell zu einem festen Teil des Tagesablaufs werden, dem die Katze folgen möchte. Wenn sie dabei öfter belohnt wird – etwa durch Streicheln oder Aufmerksamkeit – verstärkt sich dieses Verhalten noch.
Das Badezimmer bietet für Katzen viele interessante Reize: ungewöhnliche Geräusche (Wasser, Spülung), Gerüche oder Objekte (Toilettenpapier, Badematte) können zur Erkundung einladen. Für Wohnungskatzen, die wenig Abwechslung im Alltag haben, ist das eine spannende Beschäftigung.