Frühes Warnsignal

Neue Studie – Urin könnte Demenzrisiko vorhersagen

Forscher des Karolinska-Instituts fanden heraus, dass ein Urintest das Demenzrisiko lange vor Erinnerungsproblemen sichtbar machen könnte.
Heute Life
12.02.2026, 12:58
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein einfacher Urintest, so unscheinbar er wirkt, könnte laut neuer Forschung zum mächtigen Werkzeug der Demenzvorsorge werden. Ein schwedisches Forscherteam hat nun herausgefunden, dass bestimmte Veränderungen im Urin das Risiko für Demenz Jahrzehnte vor den ersten Symptomen vorhersagen können.

Was der Urin über das Gehirn verrät

Die Forschenden beobachteten rund 130.000 Menschen über einen langen Zeitraum und fanden einen klaren Zusammenhang: Wer erhöhte Proteinwerte im Urin (= Albuminurie) aufwies, hatte ein deutlich höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei vaskulärer Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn entsteht, sowie bei gemischter Demenz, die Merkmale von Alzheimer und vaskulären Schäden vereint.

Überraschend war, dass dieser Zusammenhang unabhängig von der allgemeinen Nierenfunktion bestand. Selbst Menschen mit normalen Nierenwerten zeigten ein höheres Demenzrisiko, wenn Albumin im Urin nachweisbar war. Der Test könnte damit zu einem eigenständigen Frühwarnsignal werden – und Menschen gefährdet zeigen, lange bevor die ersten Gedächtnisprobleme auftreten.

Die Studie zeigt eindrücklich, wie eng die Gesundheit von Nieren und Gehirn miteinander verknüpft ist. Beide Organe arbeiten mit einem Netz aus winzigen, empfindlichen Blutgefäßen. Werden diese Gefäße durch Bluthochdruck, Diabetes oder Entzündungen beschädigt, kann genau jener Schaden, der Eiweiß aus der Niere austreten lässt, auch die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen.

Die Nieren wirken wie Filter: Sie halten nützliche Proteine zurück und entfernen Abfallstoffe. Wenn die Filter beschädigt sind, gelangt Albumin in den Urin – ein Zeichen dafür, dass im gesamten Gefäßsystem etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Hinweise sind stark

Die Forschenden betonen, dass es bisher keinen direkten Beweis dafür gibt, dass die Behandlung von Nierenschäden Demenz verhindern kann. Dafür wären jahrzehntelange, kontrollierte Studien notwendig. Doch der biologische Zusammenhang erscheint plausibel. Wenn Gefäßschäden viele Jahre lang unbemerkt wachsen und sowohl das Hirn als auch die Nieren betreffen, könnte eine frühzeitige Behandlung den Verlauf tatsächlich beeinflussen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.02.2026, 13:23, 12.02.2026, 12:58
Jetzt E-Paper lesen