Die Perimenopause markiert den Übergang von der fruchtbaren Lebensphase einer Frau hin zur Menopause – eine Zeit, in der der Hormonhaushalt beginnt, sich langsam, aber spürbar zu verändern. Sie setzt meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr ein und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. In dieser Phase schwankt vor allem die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, was zu einer Vielzahl körperlicher und emotionaler Veränderungen führen kann.
Viele Frauen erleben unregelmäßige Zyklen, Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Auch Haut, Haare, Gewicht und Energielevel reagieren auf das hormonelle Auf und Ab: mehr Bauchfett, träge Fettverbrennung und steigender Blutzucker.
Bei Frauen mit Typ-1-Diabetes schwanken in dieser Phase die Hormonspiegel stark – der Insulinbedarf ändert sich ständig, der Blutzucker spielt verrückt. Nach der Menopause bleibt der Bedarf oft hoch, weil der Stoffwechsel träger wird. "Viele Frauen entwickeln Merkmale eines Typ-2-Diabetes – das nennen wir 'Double Diabetes'", so Präsidentin der DDG und Leiterin der Universitätsklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechselkrankheiten in Heidelberg. Julia Szendrödi. Auch bei Typ-2-Diabetes kann die Stoffwechsellage in dieser Lebensphase instabiler werden.
Auch Frauen, die in der Schwangerschaft schon einmal Diabetes hatten, sollten die Wechseljahre als Anlass nehmen, ihren Stoffwechsel genau zu beobachten. "Das ist der richtige Zeitpunkt, um Herz-, Leber- und Blutzuckerwerte im Blick zu behalten und neue Präventionsroutinen zu etablieren", so die Präsidentin der Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG).
Beim Typ-1-Diabetes greift das Immunsystem fälschlicherweise die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Betazellen) an und zerstört sie. Dadurch kann der Körper kein oder kaum Insulin mehr herstellen. Dieser Typ ist eine Autoimmunerkrankung, oft muss Insulin zugefügt werden.
Beim Typ-2-Diabetes wird zwar Insulin produziert, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig darauf – man spricht von einer Insulinresistenz. Der Körper versucht anfangs, dies durch mehr Insulin auszugleichen, bis die Bauchspeicheldrüse "erschöpft" ist. Dieser Typ ist eine Lebensstil- und Stoffwechselkrankheit und kann mit der richtigen Ernährung gemanaged werden.
Hormonersatztherapie kann helfen, ist aber nicht für jede Frau geeignet. "Viel wichtiger bleibt Bewegung", sagt die Expertin. Muskeltraining senkt den Blutzucker, stärkt Herz und Gefäße – ganz ohne Nebenwirkungen.
Fachärzte empfehlen daher regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen – Bluttests, Ultraschall und gegebenenfalls Elastografie. "Herz und Leber altern mit dem Stoffwechsel. Jetzt ist der Moment, gegenzusteuern", so Szendrödi.