"Vapen ist bei Teenies längst cooler als Rauchen", sagt der Leiter der Lungenabteilung der Klinik Floridsdorf, Arschang Valipour. Doch harmlos ist das ganz und gar nicht: Nikotin bleibt süchtig machend, und über die Langzeitfolgen für die Lunge weiß man noch kaum etwas.
Laut Valipour greifen 24 % der Mädchen zwischen 13 und 16 zur E-Zigarette, bei den Burschen sind es 18 %. Auch bei normalen Zigaretten liegen die Mädchen vorne: 21 % rauchen regelmäßig, bei den Burschen sind es nur 15 %.
Warum das gefährlich ist? Frauen reagieren empfindlicher auf Schadstoffe – Hormone und andere Faktoren machen ihre Lungen anfälliger. "Asthma kommt bei Frauen häufiger vor", so Valipour. "Und bei COPD leiden sie öfter unter Atemnot und müssen häufiger ins Spital."
Auch bei Lungenkrebs zeigt sich ein alarmierender Trend: Unter 50 Jahren trifft es Frauen öfter als Männer. Allerdings entwickeln sie häufiger besser behandelbare Tumorarten, etwa mit genetischen Veränderungen wie EGFR-Mutationen – das kann die Überlebenschancen erhöhen.
Valipour und andere Experten fordern daher ein Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs – mit regelmäßigen Niedrig-Dosis-CT-Untersuchungen für Langzeitraucher. In den USA gibt es das längst, in Deutschland steht es kurz vor dem Start. "Frauen profitieren besonders stark von der Früherkennung", betont Valipour. Die Sterblichkeit sinkt um bis zu 45 %, bei Männern immerhin um 20 %. Angesichts von rund 4.000 Lungenkrebs-Toten pro Jahr in Österreich könnte ein solches Programm viele Leben retten.