Der Fall Marius Borg Høiby entwickelt sich in Norwegen zu einem aufsehenerregenden Justizdrama. Der 28 Jahre alte Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit muss sich in Oslo wegen insgesamt 32 Anklagepunkten verantworten.
Im Mittelpunkt stehen vier mutmaßliche Vergewaltigungen, daneben Vorwürfe wie Körperverletzung und Drohungen. Laut "Bunte" beginnt der Prozess Anfang Februar und kann sich über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen erstrecken.
Die Lage ist vor allem für die Klägerinnen belastend. Mehrere Frauen beantragten Aussagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit, während Høiby einer offenen Verhandlung nicht widersprach. Der norwegische Anwalt Patrick Lundevall Unger zeigte sich beim Sender "TV 2" Norge besorgt über die psychische Belastung der Betroffenen. Ermittler haben zudem digitale Spuren sichergestellt, darunter Google-Anfragen zu Begriffen wie "Vergewaltigung" und "sexuelle Nötigung", die im Prozess eine zentrale Rolle spielen könnten.
Bei einer vollständigen Verurteilung könnte die Strafe bis zu 16 Jahre Haft betragen. "Høiby riskiert bis zu 16 Jahre Haft, sollte er bei sämtlichen Punkten verurteilt werden. Hier ist es anzumerken, dass nach dem norwegischen Recht eine Vergewaltigung anders ausgelegt wird als nach dem deutschen Recht. Das norwegische Recht definiert eine Vergewaltigung schon bei einer Penetration", so der Anwalt gegenüber "Bunte".
Parallel zum bevorstehenden Verfahren geraten auch private Umstände des Angeklagten in den Fokus. Høiby ließ sich im Oktober erneut wegen einer Suchterkrankung behandeln, was bei einer möglichen Strafzumessung Berücksichtigung finden könnte. Eine besondere Behandlung durch seine Nähe zum Königshaus erwarten Beobachter jedoch nicht.