Früher wurde er wegen seines dichten Fells beinahe ausgerottet - heute ist er ein Hoffnungsträger im Kampf gegen die Klimakrise: der Seeotter. In Kalifornien hilft das Tier mit dem flauschigen Pelz, die bedrohten Kelpwälder in den Uferzonen entlang der Pazifikküste zu retten - und damit eine der wichtigsten CO2-Senken im Meer.
Marine Kelpwälder speichern riesige Mengen CO2, bieten Lebensraum für Fische und schützen die Küste. Doch seit 2013 schrumpfen sie dramatisch. Schuld ist ein mysteriöses Wärmephänomen (genannt "The Blob"), welches das Wasser aufheizte und die Pflanzen schwinden ließ. Die Folge: Seeigel, die normalerweise nur abgestorbene Algen fressen, knabberten nun auch frische Kelpwälder kahl.
Gegen die zerstörerischen Seeigel hilft kein Dünger, sondern ein Raubtier mit ordentlich Hunger: Seeotter lieben Seeigel. Und sie fressen bis zu acht Kilo Meeresfrüchte pro Tag - das ist ein Drittel ihres Körpergewichts. Damit halten sie die stacheligen Plagegeister in Schach und schaffen Platz für neues Pflanzenwachstum.
"Wo Otter sind, gedeiht das Kelp", sagt Meeresökologe Joshua Smith. Doch die Seeotter-Population ist noch immer klein. Lange Zeit galt sie als ausgestorben - bis 1914 ein Leuchtturmwärter bei Monterey eine kleine Gruppe entdeckte. Heute leben wieder 3.000 Tiere an Kaliforniens Küste, geschützt durch ein Wiederansiedlungsprogramm.
Im Monterey Bay Aquarium werden zudem verwaiste Otterbabys mit viel Aufwand aufgepäppelt. Sie wachsen bei Otter-Leihmüttern auf, während die Pfleger verkleidet sind, um die Tiere nicht an Menschen zu gewöhnen. "Manche nennen sie pelzige Klimakämpfer", sagt Projektleiterin Jessica Fujii. "Sie übernehmen eine Schlüsselfunktion."