Wenn Wiener bedenkenlos in ihr Leberkässemmerl beißen oder Erdbeeren vom Markt kaufen, steckt oft das Marktamt dahinter. Zum internationalen Tag der Lebensmittelsicherheit am 7. Juni zieht die Stadt Bilanz - und die hat es in sich.
92 Lebensmittelinspektoren kontrollieren in Wien jährlich rund 32.000 Mal die Einhaltung der Vorschriften. Geprüft werden dabei alle 18.500 Lebensmittelbetriebe der Stadt - vom Würstelstand über Supermärkte und Großküchen bis hin zu Spitälern und Produktionsbetrieben.
Die Kontrollen zeigen Wirkung: Nur 0,5 Prozent der entnommenen Lebensmittelproben wurden zuletzt als gesundheitsschädlich eingestuft. Die betroffenen Produkte wurden sofort aus dem Verkehr gezogen.
"Unsere Lebensmittelinspektorinnen sind täglich rund um die Uhr unterwegs, das Einsatzgebiet ist breit: Es reicht vom Wirtshaus ums Eck bis zum Supermarkt, den Produktionsbetrieben über Großküchen, Wohnheime und Spitäler bis hin zu den Wiener Märkten. Sie schützen Kunden vor unliebsamen Überraschungen und reagieren im Fall von Beschwerden rasch. Unsere Kontrollen sind Ihre Sicherheit, denn Essen und Trinken müssen alle – und alle wollen wir sichere Lebensmittel", sagt Marktamtsdirektor Andreas Kutheil.
Immer wieder sorgen die Kontrollen auch für spektakuläre Funde. Erst vor Kurzem stoppte das Marktamt eine Lieferung von 75.000 Eiern, die nicht korrekt gekennzeichnet waren. Auch ein Bacillus-Cereus-Toxin in Babynahrung wurde in Wien entdeckt und über ein europäisches Schnellwarnsystem gemeldet.
Besonders groß war eine Rückholaktion bei Limonaden: Insgesamt mussten 28 Millionen Flaschen aus den Regalen entfernt werden, weil Metallteile in den Getränken nicht ausgeschlossen werden konnten.
Neben den Kontrollen setzt das Marktamt auch auf Prävention. Unternehmen werden regelmäßig zu Hygiene, Lebensmittelkennzeichnung und Allergenen geschult. Wer Lebensmittelinspektor werden will, muss dafür eine anspruchsvolle Ausbildung mit 1.440 Unterrichtseinheiten und einer Abschlussprüfung absolvieren.
Während die meisten Wiener ihre Lebensmittel einfach genießen, schauen 92 Marktamts-Profis ganz genau hin - damit verdorbene Überraschungen gar nicht erst auf dem Teller landen.