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32.500 Verstöße in Öffis seit März – Platz 1 überrascht

Seit März gehen die Wiener Linien mit ihrer Kampagne "Host kan Genierer?" verstärkt gegen rücksichtsloses Verhalten vor. Nun ist eine erste Bilanz da.
Wien Heute
20.06.2026, 19:46
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32.500 Beanstandungen haben die Sicherheitsmitarbeiter der Wiener Linien seit dem Start der Rücksichtnahme-Kampagne "Host kan Genierer?!" Anfang März ausgesprochen. Ziel der Aktion ist es, für mehr Respekt und ein besseres Miteinander in den Öffis zu sorgen.

Während es im Februar noch rund 8.500 Beanstandungen gab, waren es im März bereits 12.000. Danach gingen die Zahlen wieder zurück: Im April wurden rund 11.000 Verstöße registriert, im Mai nur noch 9.500.

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Maulkorb-Verweigerer an der Spitze

Die Zahlen zeigen nun, welche Vergehen besonders häufig vorkommen. Am häufigsten mussten Mitarbeiter Fahrgäste auf Hunde ohne Maulkorb aufmerksam machen. Allein im April gab es 1.763 Beanstandungen, im Mai weitere 1.435. Damit liegen Maulkorb-Verweigerer klar an der Spitze der Statistik, wie die "Krone" zuerst berichtete.

Auf Platz zwei landen Fahrgäste, die andere mit lautem Verhalten stören. Rücksichtsloses Lärmen oder Musizieren führte im April zu 672 Beanstandungen, im Mai zu weiteren 591. Den dritten Platz belegt das Essen in den Öffis – vor allem dann, wenn intensive Gerüche andere Fahrgäste belästigen. 388 Mal wurden im April und 244 Mal im Mai Personen deswegen ermahnt.

Rücksichtsloses Verhalten

Mit Beginn der Offensive im März kontrollierten die Wiener Linien verstärkt die Einhaltung der Hausordnung. Die Zahl der Beanstandungen stieg zunächst deutlich an. Die Wiener Linien sehen darin einen Erfolg der Kampagne – Platz 1 der Beanstandungen – Hunde ohne Maulkorb – wird allerdings in der Kampagne überhaupt nicht thematisiert.

"Das Thema des rücksichtslosen Verhaltens regt viele Fahrgäste inklusive mir seit langem auf und daher war es höchst an der Zeit, hier aktiv zu werden. Eine erste Bilanz zeigt: Das Thema ist angekommen, unsere Offensive wirkt, wir werden aber weiter dranbleiben", stellte Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) klar.

Fahrgäste bei Ermahnung meist einsichtig

Nach Angaben der Wiener Linien reagieren die meisten Fahrgäste einsichtig. In den allermeisten Fällen genüge eine mündliche Ermahnung. Nur selten werden Geldstrafen von 50 Euro verhängt.

Auch bei den Fahrgästen komme die Aktion gut an: "Parallel dazu zeigen auch die Rückmeldungen der Fahrgäste, dass die Kampagne wirkt: Viele haben sich über die Initiative gefreut und erachten sie als wichtigen Impuls für mehr Rücksicht im Alltag. Auch im direkten Kontakt bei Beanstandungen reagieren zahlreiche Fahrgäste mit Verständnis", erläuterte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Ob die Kampagne über den Herbst hinaus verlängert wird, wollen die Wiener Linien nach Auswertung weiterer Daten entscheiden.

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