Kritik an Kampagne

"Host kan Genierer?" – Stadträtin geht mit Video viral

Ein Video zur Öffi-Kampagne gegen Lärm mit Stadträtin Ulli Sima sorgt auf Instagram für Furore. In den Kommentaren findet sich aber auch Kritik.
Wien Heute
13.04.2026, 06:30
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"Für dich egal, für andere eine Qual" – mit diesem Motto starteten die Wiener Linien im März ihre neue Kampagne "Host kan Genierer?". Damit soll das Bewusstsein für störendes Verhalten geschaffen und zu mehr Rücksichtnahme aufgefordert werden – "Heute" berichtete.

In einem ersten Schritt geht es ums Aufmerksammachen – wenn das nichts bringt, können Strafen folgen. "Niemand will die Beziehungsprobleme der anderen mitbekommen", sagte Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) bei der Kampagnenpräsentation.

Strafe bis zu 50 Euro

Telefonieren über Lautsprecher, Musikhören ohne Kopfhörer, Rucksäcke, die den Weg versperren – all das sind Dinge, die für viele Fahrgäste ein großes Ärgernis darstellen. Die neue Kampagne soll auf die oft so negative Wirkung des eigenen Handelns aufmerksam machen.

Mitarbeiter der Wiener Linien kontrollieren die Regeln verstärkt und ermahnen bei Fehlverhalten: "Wenn die Regeln nach mehreren Hinweisen nicht befolgt werden, greifen wir konsequent durch", betonte Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Strafzahlungen in der Höhe von 50 Euro sind möglich.

"Ka Genierer in der U-Bahn"

Neben Durchsagen in den Öffi-Stationen sind die Kampagnenmotive (ein Riesen-Handy, eine überdimensionale Leberkässemmel und ein riesiger Rucksack) im gesamten Stadtgebiet auf Plakaten zu sehen. Auch Videos werden zu diesem Thema produziert.

Und genau ein solches geht unter dem Titel "Ka Genierer in der U-Bahn" jetzt auf der Instagram-Seite der Wiener Linien viral. Darin telefoniert ein Öffi-Fahrgast namens Gustl über Lautsprecher mit einer Bekannten – und zwar so laut, dass der ganze U-Bahn-Waggon mithören kann.

Kampagne geht an Zielgruppe vorbei

Auch Stadträtin Sima hat als Öffi-Fahrerin darin einen Kurz-Auftritt samt Einzeiler ("Ich mein', der hat wirklich keinen Genierer, oder?). Der am Freitag (10.4.) veröffentlichte Clip hat bereits über 240.000 Views und über 6.600 Likes.

In den Kommentaren finden sich allerdings auch viele kritische Worte. User bemängeln, dass die Kampagne an der tatsächlichen Zielgruppe vorbeigeht. "Völlig sinnlos, weil meist laute Musik oder laute Videos am Handy oder videotelefonieren das Problem sind und zu 99,9 % NICHT in deutscher Sprache. Also bitte die ganze Kampagne in andere Sprachen übersetzen, nur dann Hoffnung auf Besserung", schreibt etwa eine Userin.

Hinweise in den Öffis fehlen

"Warum spricht man in einer Werbekampagne nicht gezielt die Personen an, die dieses problematische Verhalten auch am ehesten an den Tag legen? Ich fahre täglich mit den Öffis und ganz ehrlich: Gustl ist nicht das Problem", berichtet ein anderer User.

"Die Kampagne auf 'Wienerisch' zu gestalten, reicht leider nicht. Wir leben in einer multikulturellen Stadt. Mehrsprachigkeit wäre bei dieser Kampagne echt wichtig gewesen. Es fehlen vor allem Hinweise direkt in den Öffis!", meint auch eine weitere Userin.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.04.2026, 11:50, 13.04.2026, 06:30
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