Rund 1.200 Mal im vergangenen Jahr mussten Sicherheits- und Servicedienstmitarbeiter der Wiener Linien einschreiten, weil hungrige Fahrgäste ihr Essen in den U-Bahnen nicht einpackten – das ergab nun eine Anfrage von "Heute".
Das überraschende Ergebnis dabei: Keine Strafen wurden verhängt. Die meisten Fahrgäste reagierten freundlich, packten ihr Sandwich oder ihre Pommes wieder ein und setzten ihre Fahrt ohne Ärger fort, teilen die Wiener Linien auf "Heute"-Nachfrage mit. Zahlen aus den Vorjahren liegen bisher nicht vor.
Die Wiener Linien gehen aber nicht nur gegen Essens-Sünder vor: Telefonieren über Lautsprecher, Musik ohne Kopfhörer oder andere störende Verhaltensweisen werden seit Kurzem ebenfalls kontrolliert. Plakate in Stationen, Durchsagen und Social-Media-Posts sollen Fahrgäste zu mehr Rücksichtnahme auffordern.
"Niemand interessiert lautstarke Debatten über Beziehungsprobleme anderer Mitfahrender – genauso wenig wie Einkaufsliste oder Abendmenü", sagt Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Auch die Musikgeschmäcker seien sehr individuell, doch die Beschallung des ganzen Waggons brauche wirklich niemand.
Laut Beförderungsbedingungen drohen gegen Verstöße – wie Essen, lautes Telefonieren oder Musik ohne Kopfhörer – Strafen von 50 Euro. Trotzdem setzen die Wiener Linien vorwiegend auf Information und Sensibilisierung.
Weitere verbotene Verhaltensweisen in den Öffis umfassen unter anderem: Rauchen, Alkohol trinken, gefährliche Handlungen, das Mitführen von Hunden ohne Leine oder Maulkorb, Fahrradfahren oder das Anbieten von Waren. Bei verursachten Schäden können die tatsächlichen Kosten verrechnet werden – nicht nur 50 Euro.