Trotz jahrelanger Proteste haben die Arbeiten an der heiß diskutierten Lobau-Autobahn begonnen. Am Montag fiel der Startschuss – wenn auch vorerst nur für vorbereitende Maßnahmen. Die zuständige Asfinag bestätigt gegenüber der "Presse": Der Bau ist angelaufen, doch die "richtigen" Arbeiten lassen noch auf sich warten.
Aktuell stehen vor allem organisatorische Schritte im Fokus. Baustellen werden eingerichtet, Container aufgestellt und Zählstellen für Lkw installiert. Letztere sind eine Auflage aus der Umweltprüfung, um Lärm und Staub möglichst gering zu halten. Bis in den Herbst hinein wird daran gearbeitet.
Wer jetzt schon an riesige Baustellen denkt, muss sich noch gedulden: Der eigentliche Bau der Trasse soll erst 2027 starten. Der erste Abschnitt zwischen Groß-Enzersdorf und Süßenbrunn ist rund 10,8 Kilometer lang – und allein dafür sind etwa sechs Jahre Bauzeit eingeplant.
Noch weiter in der Zukunft liegt der zweite Teil des Projekts inklusive Lobau-Tunnel: Frühestens 2032 könnte es hier losgehen. Der Grund: laufende Gerichtsverfahren bremsen den Fortschritt.
Umweltorganisationen warnen weiterhin vor möglichen Rechtsproblemen und sprechen sogar von möglichen Gesetzesverstößen. Die Asfinag bleibt gelassen und verweist auf eigene Gutachten, die grünes Licht geben sollen.
Die nächste Demo ist bereits fix: Am 18. April wollen Aktivisten, Wissenschaftler und Künstler gegen das Projekt auf die Straße gehen. Ihr Vorwurf: Naturzerstörung, Bodenversiegelung und eine "veraltete Verkehrspolitik".
Auch bei der Asfinag rechnet man mit Widerstand – sogar Baustellenbesetzungen werden nicht ausgeschlossen. Man wolle jedoch respektvoll mit Demonstrierenden umgehen, betont ein Sprecher. Gleichzeitig stehe die Sicherheit auf der Baustelle an erster Stelle.