Viele Menschen berichten derzeit von besonders wilden oder seltsamen Träumen. In heißen Nächten wirkt es, als würde man mehr und intensiver träumen als sonst.
Der Grund dafür liegt in den hohen Temperaturen. Hitze stört den Schlaf, führt zu häufigeren Wachphasen und sorgt so dafür, dass wir uns besser an unsere Träume erinnern.
Wie "l'essentiel" berichtet, bestätigen mehrere Studien, dass Menschen Träume vor allem dann behalten, wenn sie während oder am Ende der REM-Schlafphase aufwachen – was in warmen Nächten öfter passiert.
Der REM-Schlaf ist jene Phase, in der die Augen sich rasch bewegen und das Gehirn besonders aktiv ist. Träume sind in dieser Zeit meist besonders lebhaft. Da wir bei Hitze häufiger aufwachen, nehmen wir diese Trauminhalte stärker wahr.
Laut dem deutschen Schlafmediziner Hans-Günter Weess verändert Hitze jedoch nicht die Menge oder den Inhalt der Träume. 'Es verändern sich weder der Trauminhalt noch die Traummenge, sondern wir bekommen durch das gehäufte Wachwerden mehr davon mit, nehmen unsere Träume besser wahr und können uns eher an diese erinnern', erklärt Weess.
Viele empfinden ihre Träume in warmen Nächten als aufwühlender oder negativer. Das liegt daran, dass der Körper bei Hitze Stress empfindet und mehr Stresshormone wie Cortisol ausschüttet. Auch Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin beeinflussen die emotionale Intensität der Träume.
Insgesamt ändern sich also nicht die Träume selbst, sondern nur, wie wir sie wahrnehmen und erinnern. Heiße Nächte lassen uns den Trauminhalten einfach mehr Aufmerksamkeit schenken.