Schmerzen in den Ferien

Migräne im Urlaub: So entkommst du dem Kopfschmerz

Moderne Therapien ermöglichen Menschen mit Migräne mehr Lebensqualität und machen unbeschwerte Urlaubstage wieder planbar.
Heute Life
20.05.2026, 12:54
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Sommer, Sonne, Ferien – für viele ist das die schönste Zeit im Jahr. Endlich kannst du abschalten, das tun, worauf du dich schon so lange gefreut hast. Doch für Menschen mit Migräne ist die Vorfreude oft getrübt. Denn gerade im Urlaub kann die Migräne zuschlagen. Abreise-Stress, lange Autofahrten oder Flüge, ungewohnte Hitze, überklimatisierte Zimmer, ein anderer Schlafrhythmus oder Tagesablauf – all das kann eine Attacke auslösen. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene rechtzeitig an eine wirksame Vorbeugung denken.

Mittlerweile gibt es moderne Antikörper-Therapien, die nicht nur hochwirksam, sondern auch gut verträglich sind. Diese Behandlungen können die Zahl und Heftigkeit der Attacken deutlich senken und sind im Alltag leicht anzuwenden: Viermal im Jahr als Kurzinfusion oder mit einem Fertig-Pen zur Selbstanwendung. Das bringt mehr Freiheit, Planbarkeit und Lebensqualität – und sorgt für entspanntere Urlaubstage.

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„Viele Menschen freuen sich monatelang auf ihren Urlaub – und erleben dann ausgerechnet in den Ferien massive Einschränkungen durch ihre Migräne.“
Dr. Manfred EderMigräne-Spezialist

"Statt Strand, Ausflug und gemeinsamer Zeit mit Familie und Freunden heißt es plötzlich: Rückzug ins abgedunkelte Hotelzimmer und warten, bis die furchtbaren Schmerzen, oft verbunden mit Übelkeit bis zum Erbrechen, wieder vergehen. Und dieser schreckliche Zustand kann im Extremfall bis zu drei Tage andauern", beschreibt der Experte das Leid der Betroffenen.

Warum gerade im Urlaub?

Die Ferien bringen viele typische Auslöser mit sich: Stress vor der Abreise, Schlafmangel, lange Autofahrten oder Flüge, große Hitze, zu wenig Trinken, ungewohnte Mahlzeiten oder einen anderen Tagesrhythmus. Auch der abrupte Wechsel von Stress zu Entspannung kann Migräne fördern.

"Viele Betroffene erleben Migräne genau dann, wenn sie endlich abschalten können – etwa am ersten Urlaubstag. Der Körper reagiert sensibel auf Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, auf Klimawechsel oder auf das Nachlassen von Stress. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit für Attacken steigen", erklärt Dr. Eder.

Besonders belastend ist, dass man nie weiß, wann die nächste Attacke kommt. "Eine mögliche Migräne-Attacke schwebt wie ein Damoklesschwert über den Betroffenen, die mit der ständigen Angst reisen, im entscheidenden Moment auszufallen und wertvolle Urlaubstage zu verlieren", so der Neurologe.

Die gute Nachricht: Migräne lässt sich heute besser behandeln als je zuvor. Es gibt wirksame Medikamente sowohl für den Akutfall als auch zur Vorbeugung.

„Vor allem auf dem Gebiet der Prophylaxe hat sich in den letzten Jahren enorm viel getan“

"Treten Migräne-Attacken an vier oder mehr Tagen pro Monat auf, empfehlen wir zusätzlich zur Akuttherapie meist eine solche prophylaktische, also vorbeugende, Behandlung. Ziel ist es, dadurch die Häufigkeit und Stärke der Attacken deutlich zu reduzieren und damit auch die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern", so Eder.

Bei den sogenannten CGRP-Antikörper-Therapien werden gezielt Botenstoffe blockiert, die an der Entstehung der Migräne beteiligt sind. So werden die Häufigkeit und Stärke der Attacken gesenkt.

"Diese modernen Therapien sind generell nicht nur sehr wirksam, sondern im Allgemeinen auch sehr gut verträglich. Also ganz anders als früher, als man zur Migräne-Prophylaxe Medikamente wie Betablocker einsetzte, die zwar Migräne-Attacken wirksam reduzieren konnten, aber eine Vielzahl von unerwünschten Wirkungen hatten", erklärt Dr. Eder weiter.

Je nach Präparat gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Therapie kann viermal im Jahr als Kurzinfusion beim Arzt erfolgen, das dauert rund 30 Minuten. Oder du verwendest einen Fertig-pen, mit dem du dir das Medikament selbst spritzen kannst – entweder einmal im Monat oder vierteljährlich in dreifacher Dosis, mit drei Pens hintereinander.

Welche Form passt, hängt von deiner persönlichen Situation und deinen Bedürfnissen ab.

"Für Menschen, die beruflich oder privat viel unterwegs sind, viel reisen oder einfach ihren Alltag ohne ständige Angst vor der nächsten Migräne-Attacke gestalten möchten, stellen diese modernen Therapieformen eine enorme Erleichterung dar", betont der Migräne-Spezialist. Mehr Freiheit, mehr Planbarkeit und endlich wieder selbstbestimmt die Zeit nutzen – auch auf Reisen oder im Urlaub.

Wichtig: Die modernen Medikamente (CGRP-Antikörper) zur Migräne-Prophylaxe bekommst du nur nach einer Diagnose durch einen Facharzt für Neurologie.

Dr. Eder rät: "Die erstmalige Verschreibung dieser Medikamente muss durch den Facharzt erfolgen, die nachfolgenden Verschreibungen und Verabreichungen kann der Hausarzt übernehmen. Um den Urlaub möglichst entspannt und ohne quälende Attacken genießen zu können, sollte man sich möglichst frühzeitig um eine passende Migräne-Prophylaxe kümmern. Dann stehen die Chancen auf unbeschwerte Ferientage deutlich besser."

Migräne zählt übrigens zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Rund 12 bis 13 Prozent der Bevölkerung leiden daran, in Österreich sind mehr als eine Million Menschen betroffen – Frauen deutlich häufiger als Männer. CGRP steht für Calcitonin Gene Related Peptide, eine Schlüsselsubstanz bei der Entstehung der Migräne. Dieses Peptid erweitert die Blutgefäße in der Hirnhaut, fördert Entzündungen und kann bei Migräne-Attacken vermehrt im Blut nachgewiesen werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 20.05.2026, 12:54
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