Dana White spricht in Episode 38 des Katie Miller Podcast über "echte Männlichkeit" – und liefert dabei ein Weltbild, das irgendwo zwischen 1950 und toxischer Alpha-Bubble hängen geblieben ist. Seine Aussagen über Frauen, mentale Gesundheit von Männern und Rollenbilder sorgen im Netz gerade für heftige Diskussionen und Empörung.
"It is never ever gonna change. I don't care how powerful a woman is, what she does. Women want to be taken care of", erklärt der Unternehmer gegenwärtige Präsident der UFC selbstbewusst im Podcast. Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie genau ein Mann offenbar über die Wünsche und Bedürfnisse aller Frauen Bescheid wissen will. Gleichzeitig spricht White davon, dass Frauen gut behandelt werden und sich sicher fühlen wollen – als wären Respekt, Geborgenheit und Wertschätzung ausschließlich weibliche Bedürfnisse und keine grundlegenden menschlichen Ansprüche.
Für White ist die Rollenverteilung jedenfalls klar: Der Mann habe der Ernährer und Beschützer zu sein. Während des Gesprächs scheint ihm selbst kurz aufzufallen, wie problematisch seine Aussagen wirken. "As I get deeper into this, you realize how toxic my masculinity is", meint er lachend zu Katie Miller. Ein Satz, der wohl unbeabsichtigt zur treffendsten Zusammenfassung des gesamten Podcasts wird.
Fragwürdig wird es beim Thema mentale Gesundheit. White wettert gegen "this men's mental health bullshit" und meint damit die zunehmende Offenheit vieler Männer, über Gefühle, Überforderung oder Einsamkeit zu sprechen. Für ihn offenbar ein Zeichen von "Verweichlichung". Gerade bei jungen Männern nehmen psychische Belastungen und Einsamkeit laut zahlreichen Studien immer weiter zu. Umso gefährlicher wirkt eine Haltung, die emotionale Offenheit als Schwäche abtut.
White betont zwar, Männer müssten Vorbilder für ihre Kinder sein – spricht dabei allerdings fast ausschließlich über Söhne. Erst nach einer kurzen Pause ergänzt er noch halbherzig "Töchter", offenbar der politischen Korrektheit zuliebe. Die Botschaft bleibt dennoch dieselbe: Emotionale Härte statt Offenheit, Stärke statt Selbstreflexion.
Besonders irritierend: Im Podcast machen sich White und Miller offen über Männer lustig, die in sozialen Netzwerken über schlechte Tage, Einsamkeit oder mentale Probleme sprechen. Inhalte also, die genau dazu beitragen sollen, Tabus abzubauen und Betroffenen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein. Für White ist das "lächerlich", Miller kommentiert trocken: "So unattractive."
Nach Jahren gesellschaftlicher Aufklärungsarbeit rund um mentale Gesundheit, moderne Rollenbilder und emotionale Verantwortung wirkt dieser Podcast wie ein Rückschritt in längst überwunden geglaubte Zeiten. Statt neue Perspektiven zu eröffnen, romantisieren White und Miller ein Männerbild, das vor allem eines ist: rückwärtsgewandt.