Neues Gesetz in Planung

Bis zu 200.000 € Strafe: Türkei geht gegen Raucher vor

Die Türkei plant einen harten Kurswechsel beim Rauchen: Ein neues Gesetz könnte Strände, Lokale und Urlaubsorte weitgehend rauchfrei machen.
Jochen Dobnik
21.04.2026, 20:25
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Die Türkei verschärft ihren Kampf gegen das Rauchen deutlich. Ausgerechnet ein Land, dessen Ferienregionen zu den beliebtesten Sommer-Reisezielen vieler Österreicher zählen, plant nun drastische Einschränkungen.

Ein neuer Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP sieht weitreichende Maßnahmen vor, die das Land langfristig komplett tabakfrei machen sollen – mit spürbaren Folgen auch für Urlauber.

Rauchverbot fast überall geplant

Künftig könnte das Rauchen an vielen öffentlichen Orten untersagt werden. Dazu zählen Strände, Spielplätze und Sportanlagen – also genau jene Plätze, die besonders bei Touristen beliebt sind.

Auch in der Gastronomie drohen strenge Einschränkungen: Selbst auf Terrassen und in Außenbereichen von Cafés und Restaurants könnte ein Rauchverbot gelten. Erlaubt wäre Rauchen dann nur noch in klar abgegrenzten Zonen, die einen kleinen Teil der Fläche ausmachen.

Endlich rauchfrei bis 2040

Die Pläne gehen noch weiter. Bis zum Jahr 2040 soll die Türkei komplett rauchfrei werden. Verkauf, Import und Herstellung von Tabakprodukten könnten dann vollständig verboten sein. Für ein Land, in dem aktuell rund 18 bis 19 Millionen Menschen rauchen, wäre das ein drastischer Schritt.

Dabei wird auch der Begriff "Tabakprodukt" deutlich ausgeweitet. Neben klassischen Zigaretten sollen künftig auch E-Zigaretten, Vapes, Shishas und Tabakerhitzer unter die Regelung fallen. Damit könnte auch ein Teil der traditionellen Rauchkultur – etwa das gemeinsame Shisha-Rauchen – stark eingeschränkt werden.

Auch Touristen betroffen

Die neuen Regeln sollen ausdrücklich für alle gelten – auch für Reisende. Ausnahmen für Urlauber sind nicht vorgesehen. Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Sogar die Einfuhr oder der Besitz von Tabakprodukten könnte künftig stärker kontrolliert und eingeschränkt werden.

Zur Durchsetzung plant die Regierung spezielle Kontrollteams, die die Einhaltung überwachen. Zudem wird über strengere Verkaufsregeln nachgedacht, etwa bargeldlose Bezahlung, um Käufe besser nachvollziehen zu können.

Hohe Strafen drohen

Besonders abschreckend sind die vorgesehenen Sanktionen: Unternehmen, die gegen die neuen Regeln verstoßen, müssen mit Geldstrafen zwischen umgerechnet etwa 20.000 und 200.000 Euro rechnen. In schweren Fällen drohen sogar Betriebsschließungen.

Noch handelt es sich um einen Entwurf. Sollte das Gesetz jedoch umgesetzt werden, könnte sich das Urlaubsland Türkei grundlegend verändern – vor allem für Raucher.

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